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Nicht vor den Karren der Imperialisten spannen lassen!

Krieg in der Ukraine

Der Kriegsentwicklung in der Ukraine mobilisiert immer mehr Menschen zu Protesten auf der Straße. Auch in Bochum gab es heute mehrere Demonstrationen gegen die Aggression Putins. Zur Bochumer Montagsdemo kamen rd. 40 Personen, viele Passanten – besonders Jugendliche – blieben stehen und hörten zu.

Mit dem Lied „Ich bin Soldat, doch ich bin es nicht gerne“ – erstmals verfasst 1870 von Max Kegel- wurde die Kundgebung eingeleitet. Anschließend entwickelte sich eine interessante Diskussion zur Lage in der Ukraine.

„Putin hat nur einen Vorwand gesucht, um die Ukraine militärisch anzugreifen. Er erklärte zwei Regionen in der Ukraine z.B. Donzek, zu autonomen Staaten, die angeblich militärische Unterstützung von Russland forderten. Die Invasion Russlands blieb jedoch nicht auf diese zwei Regionen beschränkt, auch andere Gebiete in der Ukraine wurden angegriffen mit dem Hauptziel Putins, die Hauptstadt Kiew einzunehmen. Doch der Widerstand -insbesondere in der ukrainischen Bevölkerung  – wächst gegen den Agressor Russlands. Vermittlungsgespräche zwischen hochrangigen Vertretern der Ukraine mit Russland an der Grenze zu Belarus werden keine Entspannung der jetzigen Situation bringen“, leitete einer der Moderatoren das Gespräch ein.

„In vielen Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine sind die Hauptforderungen „Frieden schaffen ohne Waffen“ oder „Nie wieder Krieg“. Ich stimme diesen Forderungen teilweise zwar zu, aber es dürfen keine Illusionen geweckt werden, die Kriegstreibenden würden dann Frieden schaffen. Alle imperialistischen Staaten ringen um die Vorherrschaft auf der Welt, nicht nur Russland, sondern auch der Hauptkriegstreiber, die USA, China und andere. Dabei sind ihnen alle Mittel recht, auch Krieg. In allen Staaten der Welt will ein Großteil der Bevölkerung keinen Krieg. Daher müssen alle Unterdrückten und Ausgebeuteten weltweit zusammenhalten und gegen die Imperialisten kämpfen, das geht aber nicht friedlich. Ich stehe auf Seiten der Arbeiterklasse und aller Unterdrückten, aber nicht auf Seite der NATO, des russischen und chinesischen Regimes oder anderer imperialistischer Staaten, auch nicht auf der Seite des Regimes in der Ukraine“, meinte ein Redner.

„Ein hohes Lob auf die Massendemonstrationen in Russland gegen den Krieg in der Ukraine! Viele Menschen hatten und haben die Courage, auf die Straße zu gehen, obwohl sie brutale Übergriffe des Staatsapparats zu befürchten haben. Viele wurden schon verhaftet. Aber das Terrorregime von Putin gerät in die Defensive, zumal der Widerstand in der Ukraine gegen die russischen Truppen sehr stark ist“, hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

„In den Medien wird verbreitet, dass die USA und die NATO den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilen und der Ukraine alle Unterstützung zusagen. Entgegen der Zusagen der Ampel-Regierung in Deutschland, keine Waffen an die Ukraine zu liefern, bekam dieser Staat finanzielle Hilfen für die Anschaffung von Waffen. Die Bundeswehr soll bis zu 100 Milliarden Euro vom Staat erhalten! Das beweist die Verlogenheit der jetzigen Regierung!“, empörte sich ein Redner.

„Die USA und auch die NATO sind keine Friedensstifter, sie verfolgen ebenfalls imperialistische Ziele und haben dafür kriegerische Mittel eingesetzt, worüber es keinen Aufschrei in den Medien gab. Der Krieg in Jugoslowien, (damit verbunden die Einrichtung des Folterlagers Guantanamo auf einer kubanischen Insel durch die USA), der Truppeneinsatz in Afghanistan und der damalige Golfkrieg sprechen eine deutliche Sprache. Die jetzige Friedensbewegung darf sich daher auf keine Seite der imperialistischen Mächte stellen“, lautete eine Wortmeldung.

„Die imperialistischen Ziele der NATO habe ich als damaliger Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr selbst erlebt. In einem Mannöver sollte die Abwehr eines russischen Angriffs geübt werden, die Soldaten sind bis an die Elbe vorgerückt. Zur Zerstörung der Infrastruktur sollten alle Brücken in Hamburg gesprengt werden. Dazu wurde eine Atombombe mit zweifacher Wirkung der Hiroshima-Bombe simuliert! Die Menschenwürde wurde in diesem Mannöver mit Füßen getreten, es ging nur darum, die Vormachtstellung der USA gegenüber Russland zu sichern! Die jetzige Situation an der Grenze von  Russland ist brandgefährlich, denn Putin hat schwere Wafffen in Alarmbereitschaft gesetzt und die NATO hat ihre Truppen und Waffen zur Grenze nach Russland erheblich aufgestockt. Wir fordern daher ein sofortiges Verbot aller Atomwaffen sowie chemischer und biologischer Kampfstoffe“, berichtete einer der Moderatoren.

Eine Mitarbeiterin der Universität Bochum erklärte: „Viele behaupten, es geht nur um unsere Verteidigung gegenüber dem Aggressor Russlands. Ich fragte, ob die Studenten, Arbeiter, Rentner, Frauen und Kinder in Russland unsere Feinde sind.  Sie sind unseren Leuten nicht feindlich gesinnt, sie kennen uns nicht, warum sollten uns bekämpfen?“

„Was kann man persönlich gegen diesen Krieg ausrichten?“, argumentierte ein Redner, „ich meine, Verwandte oder Freunde in der Ukraine muss man – soweit das möglich ist – finanziell unterstützen oder bekannte Flüchtlinge aus der Ukraine  Zuflucht gewähren, wenn es die Umstände zulassen. Zur Zeit brauchen diese Personen kein Einreisevisum“.

Ein Student aus Guinea setzte auf die Diplomatie in der jetzigen Situation in der Ukraine. Nach weiteren Wortmeldungen endete die Kundgebung mit dem Lied „Vorwärts, und nicht vergessen“ – Komponist Hanns Eisler.  Die weitere Entwicklung des Krieges in der Ukraine darf nicht aus den Augen verloren gehen. Deshalb findet die Bochumer Montagsdemo nach einstimmigen Beschluss ab sofort wie früher bis auf weiteres wöchentlich statt. Die nächste Kundgebung ist also am 07.03.22 um 18.00 Uhr auf dem Husemannplatz.

Ulrich Achenbach
Moderator

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