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Corona-Sterblichkeit in den Armutsregionen Deutschlands um 50-70% höher

Fast 2,9 Millionen Menschen haben sich in Deutschland bereits nachweislich mit dem COVID-19-Virus infiziert. Die Dunkelziffer liegt noch viel höher. Die Zahl an und mit dem Virus Verstorbenen liegt über 77.000. Das ist eine Zahl Toter, wie wenn die gesamte Einwohnerschaft der Stadt Gladbeck/NRW ausgelöscht wäre.

Erstmals hat das Robert-Koch-Institut (RKI) Mitte März Zahlen bekannt gegeben, wie hoch die Corona-Sterbefälle in besonders von Armut betroffenen Städte sind. Die Zahlen wurden während dem Höhepunkt der 2. Corona Welle im Dezember 2020 und Januar 2021 ermittelt. Im Vergleich mit Städten, die weniger von Armut betroffen sind, liegt die Zahl der an oder mit Corona-Verstorbenen um 50-70% höher! Das ist Ergebnis von beengten Wohnverhältnissen, Arbeit im Niedriglohnsektor, wo Homeoffice kaum möglich ist und Hygieneregeln nicht eingehalten werden, Aufrechterhaltung der Industrieproduktion. Menschen mit geringerem Einkommen können sich zudem weniger Gesundheitsschutz leisten. Das Krisenmanagement von Regierung und Monopolen geht sprichwörtlich über Leichen.

Die Einmalzahlung von 150 Euro an Hartz IV-Bezieher ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Montagsdemobewegung fordert seit längerem und wird durch die RKI-Erhebung voll bestätigt, dass der Hartz-Regelsatz um mindestens 100 Euro pro Monat erhöht werden muss, und zwar vom Beginn der Pandemie im März 2020 an als Nachzahlung. Das ist aber erst der Anfang, diese Entwicklung zu bekämpfen. Milliardensummen Staatsgelder gehen an Großkonzerne wie die Lufthansa – Hunderttausende Euro haben sich Masken-Gewinnler in und um die Regierung eingestrichen. Das Geld ist also da.

Ulja Serway, Koordinierungsgruppe Bundesweite Montagsdemo

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