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Großprotest gegen das Polizeiaufgabengesetz in Düsseldorf – Bochumer Montagsdemo mobilisiert gegen das beabsichtigte Polizeiaufgabengesetz NRW

Pressemitteilung der Bochumer Montagsdemo vom 19.11.18

Schwerpunkt der heutigen Montagsdemo war die Mobilisierung gegen das geplante Polizeiaufgabengesetz zur Großkundgebung in Düsseldorf. „Dieses geplante Gesetz ist trotz der angeblichen ‚Entschärfung‘ weiterhin eine Gefahr für jeden. Weiterhin kann eine Person, von der nur v e r m u t e t wird, eine schwere Straftat zu begehen, bis zu 14 Tagen von der Polizei inhafttiert werden. Zwar taucht der Begriff ‚Gefährder‘ nicht mehr auf, jedoch hat die Polizei weiterhin das Recht, bei vermutlicher drohender Gefahr einer schweren Straftat einzuschreiten. Diese Vermutung ist Auslegungssache“, berichtete einer der Moderatoren vor Beginn der Diskussion.

Nach dem Singen der Eingangshymne gab es mehrere Wortmeldungen. „Im Gesetzesentwurf ist ein Katalog von Straftatbeständen nach dem StGB (Strafgesetzbuch) eingefügt worden, die zwar schwere Verbrechen wie Mord umfasst, zum anderen aber auch die Bildung einer kriminellen Vereinbarung (§ 129 ff StGB), was Auslegungssache ist. Dieser Katalog soll vom wirklichen Sinn des Polizeigesetzes ablenken. Dass Mord verfolgt und die Täter bestraft werden müssen, ist selbstverständlich. In dem neuen Gesetz geht es vor allen Dingen um die Einschüchterung der Bevölkerung. So sollen z.B. die Teilnahme an Demonstrationen, die die Herrschenden schädigen könnten (siehe Hambacher Wald) kriminalisiert werden. Ebenfalls könnte ein wilder Streik die Bildung einer terroristischen Vereinigung sein“, meinte ein Redner.

„Auch wenn der Gesetzgeber (Landtag NRW) von Verhältnismäßigkeit der Gerichte bei Freizeitsentzug spricht, kann ein vermutlich Verdächtigter bis zu sieben Tagen ohne Richterspruch eingesperrt werden. Die Folgen sind für diese Person verheerend: Neben dem Freiheitsentzug drohen dem Betroffenen Arbeitsplatzverlust, evtl. Kündigung seiner Wohnung durch den Vermieter und damit verbunden große Armut“, ergänzte ein weiterer Redner.

„Die Polizeiaufgabengesetze bundesweite dienen vor allem dazu, jeglichen Widerstand gegen die Rechtsentwicklung der deutschen Regierung im Keim zu ersticken“, hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

„Selbst das Bündnis gegen das geplante Polizeigesetz NRW wurde versucht zu spalten. Man werde das Gesetzesverfahren kritsisch begleiten, hieß es von den Spaltern. Mehrere Organisationen traten aus dem Bündnis aus und gründeten ein neues Bündnis, dass zu einer Demonstration am 8.12.18 gegen das Polizeiaufgabengesetz in Düsseldorf aufrief. Wir meinen jedoch, dass diese Demo sehr klein wird. Diesen Leuten geht es nur darum, den Protest gegen den Landtag weichzuspülen im Sinne der Konzerne“, lautete eine weitere Argumentation.

Als weiteres Thema wurde der Vorstoß von SPD-Politikern wie Frau Nahles diskutiert, die Hartz IV – Gesetze abzuschaffen und stattdessen ein Bürgergeld einzuführen. „Dabei geht es der SPD nicht darum, dieses Entrechtungsgesetz zu kippen, sondern nur um ein Alibi, das Image dieser Partei aufzubessern. Die SPD hat bekanntlich drastisch an Stimmen bei der letzten Landtagswahl verloren und liegt jetzt dort nur noch bei rd. 14 Prozent. Der Niedriglohnsektor als Folge von Hartz IV und die drakonische Ausweitung der Leiharbeit sowie eine deutliche Anhebung des Mindestlohns wurden bewusst verschwiegen. Man muss diese Absichtserklärung sehr kritisch sehen. Sie ist nur Augenwischerei“, erklärte ein Redner.

Eine Rednerin hob hervor. „Dass über die Hartz-Gesetze von Politikern gesprochen wurde, ist auch ein Erfolg der seit 14 Jahren andauernden Montagsdemonstrationen bundesweit. Darauf können wir stolz sein“.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung. Themen der nächsten Montagsdemo am 03.12.18 sind die Entwicklung von Hartz IV und der Widerstand der Umweltgewerkschaft gegen die Zechenflutungen nach der Stillegung der letzten Steinkohlezechen in Deutschland.

Ulrich Achenbach
Moderator

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