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Wir sind Erstunterzeichner der Großdemonstration am 13. Oktober in Berlin:

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Pressemeldung zur 452. Saarbrücker Montagsdemo am 01.10.2018

Warum sind die Mieten so hoch? Warum bekomme ich sofort ein ‚Nein‘, wenn ich als Ausländer um eine Wohnung anfrage? Warum ist Wohnen unbezahlbar?“, wollte Einer wissen.

Ich habe jahrzehntelang hier in der Bahnhofstrasse gewohnt. Dann wurde alles saniert und ich musste letztes Jahr ausziehen, weil ich mir die Miete nicht mehr leisten konnte. Und nun schaut euch das an (seine Hand macht einen grossen Bogen in der Luft): seht Ihr, dass all diese Geschäftshäuser hier in den oberen Etagen leer sind? Es wäre genug Wohnraum vorhanden – nur bezahlbar ist er nicht,“antwortete ein Mann – und jeder konnte sich direkt selbst überzeugen.

Heute ist der Erste – aber ich habe immer noch kein Geld vom Jobcenter auf dem Konto“, ergänzte eine Frau.

Während die Preise für‘s Autofahren seit dem Jahr 2000 um 36% gestiegen sind, beträgt die Steigerungsrate für‘s Busfahren seitdem 79%. Das trifft uns Leute mit geringem Einkommen ganz besonders – und ist angesichts des Dieselskandals sowieso unerträglich.In Saarbrücken kostet eine Fahrkarte 2,60€, in Saargemünd dagegen 0,90€ – es geht anscheinend auch anders“, so ein weiterer Redebeitrag.

Das Thema wohnen, leben, arbeiten (als Aufstocker) mit Hartz 4 war heute vielfach Thema. Und es wurde verbunden mit der Empörung über die ganze Rechtsentwicklung der Regierenden.

Leute wie Seehofer / Maaßen, Trump und wie sie alle heißen, tun, was sie wollen. Wir müssten noch viel mehr aufstehen“, ergriff eine andre Frau spontan das offene Mikro. Und ein anderer ebenso spontan: „ Wir müssen uns dagegen stemmen, dass uns diese Markenartikel alle aufgezwungen werden, dass wir diese Milliarden Autos angeblich brauchen auf der Welt. Wir müssen runter von der Oberfläche und tiefer einsteigen in die Lebensfragen“.

Es wurde auch festgestellt, dass die maximal vom Jobcenter Saarbrücken übernommenen Bruttokaltmieten – 370.- / 1 Person, 430.- / 2 Personen, 515,- / 3 Personen und 601,- / 4 Personen – in der Regel auf dem sogenannten ‚freien‘ Wohnungsmarkt nicht zu haben sind und diese Beträge um 40.- bis 400.-€ (!) übersteigen, wie eine Analyse der Anzeigen ergab.

Die Mietpreisbremse ist völlig unbrauchbar, wir brauchen bezahlbaren Wohnraum, keine 24-qm-Löcher“, forderten wir.

Die Bergarbeiter haben vor 21 Jahren mit ihrem Streik, dem Straßen- und Autobahnblockaden gezeigt, dass sie nichts und niemanden fürchteten – und daraus werden am kommenden Samstag auf einer großen Veranstaltung in Gelsenkirchen die Lehren gezogen“, lud eine Frau ein. Abfahrt 11:00, Cottbuser Platz.

Vor allem mobilisierten wir zur großen Demonstration unter dem Motto ‚#unteilbar‘ in Berlin am 13.10., an welcher auch die bundesweite Montagsdemobewegung zusammen mit kämpferischen und revolutionären Kräften mit einem Block vertreten sein wird.

Es gab nämlich auch viel Freude darüber, dass es in letzter Zeit zu gelingen scheint, dass nicht mehr nur für Teilinteressen gestritten wird, sondern dass sich immer mehr Menschen gegen alle Erscheinungsformen der Rechtsentwicklung engagieren. Das macht Mut und Organisationsformen wie die ‚Inter-Liste‘ sind gefragt. Aber aufgepasst:

Wie so eine Entwicklung in Richtung Einheitsfront – das braucht es schlussendlich – zustande kommt, verlangt auch Wachsamkeit“, sagte eine Frau. „Wir beobachten, wie sich vor allem aus den bürgerlichen Parteien, der Attac-Führung, auch unter ‚Antideutschen‘ eine Richtung herausschält, welche diese beinahe stürmische Entwicklung der Proteste kassieren, vereinnahmen und umbiegen will: vom Kampf gegen die Regierung zur ‚kritischen Begleitung‘ derselben. Das hatten wir schon 2004, als die Massenbewegung gegen Hartz 4 gespalten wurde, Revolutionäre hinausgesäubert werden sollten usw. Das soll ihnen wieder nicht gelingen.“

Wir sehen uns am 05. November um 18:00 bei der Europa-Galerie zur 453. Saarbrücker Montagsdemo – und es sind noch Plätze frei nach Berlin.

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