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449. Saarbrücker Montagsdemo am 02.07.2018 mit vielen Themen

Manchmal passt‘s: heute nahm eine Delegation der Belegschaft vom Halberg an der Montagsdemo teil und auch von ZF, vom Eberspächer und von MAT /Columbus waren Kollegen mit dabei. Ein Halberger berichtete selbstbewusst vom Streik, der seit dem 14. Juni andauert. „Wir werden weitermachen. Die Bosse von Prevent sollen sich davonmachen, vorher geben wir nicht klein bei. Sie haben alles aus der Firma rausgezogen, wir hatten schon viele Besitzer, aber diesmal war das Maß voll: Wir lassen uns nicht um unsere Arbeitsplätze bringen“. Und: „ O ja, wir haben Kontakt zu unseren Kollegen in Leipzig. Und lehnen es ab, dass die Polizei die Blockade des Werks verhindert. Alle werden betroffen sein, VW, Opel, diese Sache hier zieht Vieles nach sich.“ Und eine Frau sagte: „Ich als Frau und Partnerin stehe täglich mit Posten. Manchmal schon um 04:00 in der Früh, und wir kämpfen, bis wir gewinnen.“ „Mein Mann hat Jahrzehnte beim Halberg geschafft, damals hiess es, wer einen garantiert sicheren Job will, der geht auf die Hütte, zum Halberg, auf die Grube. Alles nicht wahr, wie sich rausstellte“, sagte eine andre.

Da kam auf der Bahnhofstrasse am offenen Mikro zusammen, was zusammengehört: Arbeitslose und Arbeiter*innen, Rentner*innen, viele Jugendliche, Migrant*innen, von den politischen Parteien die MLPD, deren Vertreter vor Jahren ebenfalls bei Halberg Guss aus politischen Gründen entlassen worden war.

Heute steht auf Seite 1 in der Saarbrücker Zeitung, Peter Hartz, der Austüftler der Hartz-Gesetze habe viele Jahre unter dem Begriff ‚Hartz IV‘ gelitten – wie irre ist das denn?? Es sind allein im Regionalverband an die 11.500 Arbeitslose, die unter Hartz IV als Tatsache leiden, dazu kommen ihre Angehörigen.Wir müssen uns vereinen. Lieber hart kämpfen als morgen zum Jobcenter gehen.“ „Als Aufstockerin kann ich nur warnen: da wird alles ausgesessen beim Amt, du bist immer alleine am kämpfen, da wird kein Finger gerührt.“

So entspann sich eine kämpferische und solidarische Montagsdemo-Debatte im Zeichen der offenen Regierungskrise. Die „zwei angeblich wichtigsten Menschen der Republik, Seehofer und Merkel“, schrumpften auf Mini-Normalmass angesichts der Art und Weise, wie die Redebeiträge um ein tieferes Verständnis rangen, was nun zu tun ist für die sogenannten kleinen Leute.

Es kommt auch auf die Zielsetzung des Streiks an“, so ein Kollege, der bei MAT / Columbus das ganze Elend der Insolvenz vor ein paar Jahren mitgemacht hatte, wo die Kollegen ihre Briefe erhalten hatten, man sie aus dem Werk gehen sah und nicht mehr wiederkommen. „Ein Sozialtarifvertrag ist nicht das was man braucht. Eine Transfergesellschaft nicht erstrebenswert, da hat keiner was von, die Erfahrung habe ich. Es muss um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden und dafür die IG Metall gestärkt werden. Ich bin auch dafür, dass die Montagsdemo die Belegschaft in Brebach besucht. Wann könnte das sein?“ Am kommenden Mittwoch, 14:00, bei der Turnhalle Brebach, wurde später vereinbart. Kommt zahlreich!

Bei ZF sieht es an der Oberfläche stabil aus, aber wer weiss schon, dass in Gelsenkirchen das ZF-Werk dichtgemacht und die Kollegen rausfliegen sollen? Bei uns in der Abteilung wird täglich über euren Streik diskutiert, es muss ein Aktionstag her von allen Belegschaften und die beste ‚Medizin‘ gegen Hartz IV ist, wenn um Arbeitsplätze gekämpft wird, so wie es nun geschieht. Dafür muss der gemeinsame Kampf um die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich aktuell auf die Tagesordnung gesetzt werden!“

Egal, ob es ‚Heuschrecken‘ sind oder die Familie Eberspächer persönlich, sie alle ruinieren die Belegschaften mit ihrer Profitmacherei“, fügte ein Eberspächer-Kollege hinzu.

Die Halberger nickten zustimmend zur Kritik an der Transfergesellschaft und betonten nochmal, dass man sehr aufpassen muss: „Inzwischen haben sie von der Prevent, die sind in Bosnien ansässig, eine Reihe Bürofrauen mit laptops aus Bosnien nach Saarbrücken angekarrt, die sich um die Geschäfte vor Ort kümmern sollen, an der internen Buchhaltung vorbei, die wollen uns das Fell über die Ohren ziehen“.

Etliche Redebeiträge befassten sich mit dem Zusammenhang zur internationalen Entwicklung des Kapitalismus. Die masslose und grausame Unterdrückung der Opposition in Iran kam ebenso auf den Tisch wie die Situation der Arbeiter in den USA. Die MLPD als Vertreterin der revolutionären Strömung in der Arbeiterbewegung soll in Saarbrücken und anderswo kein Konto mehr eröffnen dürfen und ihren Kultursaal in der Horster Mitte schliessen. Die Öffnung der Grenzen im Sommer 2015 -“das menschliche highlight der Merkelschen Flüchtlingspolitik, zustande gekommen auf Druck der Massen, worauf wir stolz sein können“ – wird mittlerweile von Regierungskreisen und Teilen der Opposition unisono als etwas ganz Schreckliches dargestellt, das sich nie wiederholen dürfe.

Der ganze reaktionäre Kurs auf der Welt wurde angegriffen. Die Forderung nach Neuwahlen wurde vorgestellt. Eine Solidaritätsadresse verabschiedet und übergeben. Die Spenden beachtlich: 84,20 Euro!. Halbe halbe für Montagsdemo und Halberg Guss.

Wir sehen uns am 06. August zur 14-Jahr-Feier der Montagsdemo!

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