Bericht der Essener Montagsdemonstration am 5.3.18

Bericht zur Diskussion der Montagsdemonstration Essen am 5.3.18 über die Entscheidung der Essener Tafel, derzeit nur noch Menschen mit deutschem Pass neu aufzunehmen

Am 5. März hatte die Essener Montagsdemonstration zum Streitgespräch zum Thema „Essener Tafel“ eingeladen.

Leider waren Vertreter der Tafel dem nicht gefolgt. Umso größer war das Interesse der Passanten an der Marktkirche.

Die Montagsdemonstranten waren sich nahezu einig: eine Essenausgabe nach Nationalität geht gar nicht. Ein älterer Langzeitarbeitsloser meinte: „Ich gehe nicht zur Tafel, weil ich den Menschen nichts weg essen kann. Aber ‚Essen nur für Deutsche‘ – das ist empörend.“

Eine türkisch-stämmige Passantin bedauerte die Entwicklung um die Tafel. Sie sah eine Alternative in einem alternativen Tafel-Projekt, das von türksich-stämmigen Mitbürgern initiiert worden ist. „Vielleicht können die Leute dann da hin gehen.“

Horst Dotten, Metallarbeiter und langjähriger Betriebsrat und Montagsdemonstrant widersprach: „Wir müssen den Rassismus bekämpfen. Bei der ‚deutschen Tafel‘ kriegen die Ausländer nichts mehr, bei der türkischen Tafel dann vielleicht die Kurden. Wir dürfen uns nicht spalten lassen.“

Das war auch zentrales Anliegen von Gabi Fechtner. „Der Gipfel der Heuchelei ist, wie sich jetzt Spitzenvertreter der bürgerlichen Parteien, wie Kanzlerin Angela Merkel, verhalten. Ausgerechnet die, die Massen von Menschen in Armut getrieben haben und seit zwei Jahren eine verstärkte rassistische Spaltung und Hetze gegen Flüchtlinge betreiben, setzen sich jetzt in Szene und beteuern: ‚Alle Menschen müssen gleichbehandelt werden‘.“ – so die MLPD-Vorsitzende.

Das traf ins Schwarze. Zahlreiche Diskussionsbeiträge fragten, warum überhaupt in einem so reichen Land wie Deutschland Hunderttausende auf Einrichtungen wie die Tafel angewiesen sind.

Selbstbewusst wiesen die Moderatoren darauf hin: „Genau das ist es, wogegen die Montagsdemonstration seit 14 Jahren kämpft. Wir haben die Langzeitfolgen der Hartz-Gesetze vorhergesehen. Wir müssen zusammen um unsere sozialen Rechte kämpfen.“

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde einmütig festgelegt, die Montagsdemonstrationen am 26. März mit dem Gedenken an die Rote Ruhr Armee 1920 und die am 16. April mit einer Demonstration gegen den Rechtsruck der Regierung zu verbinden.

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