Pressemitteilung zur 443. Saarbrücker Montagsdemo am 08.01.2018

Die 443. Montagsdemo machte deutlich,welch große Herausforderungen das neue Jahr von Anfang an mit sich bringt – und dafür vor allem, wie sehr sie selbst gestärkt werden muss!

Was da vorgebracht wurde am offenen Mikrofon, löste bei den Teilnehmern – viele waren es heute nicht, es war ziemlich ruhig auf der Bahnhofstraße – zum Teil große Empörung über die verschiedensten Angriffe aus. Aber auch Zuversicht angesichts der Berichte, wie Belegschaften, zum Beispiel im Krankenhaus Sankt Ingbert auf der Intensivstation, selbstbewusst klare Forderungen und ein Ultimatum dazu an die Krankenhausleitung stellen. Und Nachdenken, wie man es am besten bewerkstelligt, in Allem mehr Kraft zu entfalten.

In der Silvesternacht waren Jugendliche und REBELLEN, die mit ihrem selbstgemalten Transparent stolz durch die Strassen von Sankt Wendel zogen, von randalierenden Nazis mit Böllern beworfen, dann mit einem Messer bedroht und ein 17-Jähriger Antifaschist wurde bewusstlos geschlagen. Die von den Antifaschisten herbeigerufene Polizei erklärte inzwischen die Opfer zu Tätern – dagegen muss die Solidarität der saarländischen Bevölkerung geweckt werden. Verbreitet den Vorfall, helft mit, eine breite Öffentlichkeit zu schaffen und der Anzeige gegen die Nazis zum Erfolg zu verhelfen“ – so ein Redner.

Es gilt auch, die Metalltarifrunde mit den heute geginnenden Warnstreiks zur gemeinsamen Sache der Metaller und der Montagsdemonstrierer, der Jugend, Migranten und der Frauenbewegung zu machen“…. „Und zwar nicht nach dem Ritual wie immer, dass gleich ein Rückzieher vor den Frechheiten von Gesamtmetall gemacht wird – die Gewerkschaften müssen wirklich als Kampforganisationen ausgespielt werden, da gibt’s nichts anderes!“, so der Aufruf eines ehemaligen aktiven Metallers am offenen Mikrofon. „Wir Montagsdemonstriererinnen sind auf jeden Fall für die geforderte Arbeitszeitverkürzung, denn es fehlen viel zu viele Arbeitsplätze: mehr als 23.000 Menschen sind im Regionalverband unterbeschäftigt oder arbeitslos“, so eine andere Rednerin.

Ich will hier mal 6 Punkte nennen, warum meine Landsleute in Iran auf die Straße gehen“, rief laut und klar ein Teilnehmer. „1. 30% der jungen Leute mit abgeschlossener Berufsausbildung sind in Iran arbeitslos. 2. Die Lebensmittelpreise sind sehr hoch gestiegen. 3. Arbeiter und Angestellte haben 6-9 Monate keinen Lohn, kein Gehalt bekommen. 4.Die Bürger bekommen ihre Bankeinlagen nicht zurück, die sie der Bank geliehen hatten mit dem Versprechen hoher Zinsen, das nun gebrochen wurde. 5. Die korrupten Machthaber haben Milliarden Dollar ins Ausland geschafft. 6.Iran investiert in Libanon, Syrien, im Irak. – Wir müssen fordern, dass die Bundesregierung nicht so sanft mit dem iranischen Regime umgeht. Wir selbst müssen die Proteste gutheißen. Wenn die Aufstände niedergeschlagen werden, werden viele Menschen fliehen müssen“, sagte er.
„Die Merkel-Regierung kümmert sich null darum, was mit den Menschen geschieht, egal wo auf der Welt, von der ist nichts zu erwarten,“ entgegnete ein anderer.

Man sieht es ja hierzulande, wo die Butterpreise um 60% bis 70% ansteigen und der Regelsatz um 1,7%“, ergänzte eine Frau. Und weiter: „Wenn auch unterschiedliche Interessen und Kräfte in diesen Protesten in Iran zugange sind, wenn auch die Shah-Anhänger usw. andre, kapitalistische Absichten verfolgen und wenn auch falsche Freunde wie Donald Trump oder Siegmar Gabriel versuchen, ihr jeweiliges Süppchen dabei zu kochen – in dem berechtigten Aufstand gegen das faschistische Mullah-Regime mit seinen Henkern und Gefängnissen unterscheiden die Menschen sehr wohl zwischen Freund und Feind und es werden sich Organisationen und Parteien herausbilden, die nach und nach eine demokratische Führung ausüben lernen, da vertrauen wir drauf, das dauert seine Zeit und braucht gegenseitige Beratung. Aber Skepsis ist nicht angebracht!“

Auch im Saarland gibt es einen skandalösen Umgang mit mißliebigen „Oppositionellen“. Da wurde gerade erst eine engagierte verdi-Peronalrätin, Charlotte Matheis, fristlos gekündigt in der UniveritätsklinikHomburg! Wo kommen wir denn da hin, wenn so was durchgeht. Die Frau muss sofort wieder beschäfigt werden“, forderte jemand.

Ihr seht, so steht’s mit den Herausforderungen an uns Alle. Wir müssen den Hartz-Gesetzen die Stirn bieten und Forum sein für alle, die die Lebensinteressen der kleinen Leute verteidigen.

Deshalb: beteiligt Euch an der Vorbereitung der Montagsdemoam 29.01. um 15:30 im Jederman, kommt zur Februar-Demo am 05.02. um 18:00 zur Europa-Galerie.

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