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Montagsdemo Saarbrücken

Pressemeldung zur 418. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze am 04.01.2016

Ein denkwürdiger Auftakt zum neuen Jahr! Die 418. Montagsdemo Saarbrücken gegen die Hartz-Gesetze verteidigte heute abend ihren Platz der Auftaktkundgebung vor der Europa-Galerie erfolgreich! Mit sicher 150 antifaschistisch eingestellten Saarbrückerinnen und Saarbrückern zusammen stellte sie sich einer perfiden menschenverachtenden, aber personell mickrigen Kundgebung der SAGESA in unmittelbarer Nähe entgegen.

Eine Information des Ordnungsamtes darüber, dass ausgerechnet unsere Werte der Völkerfreundschaft, der Flüchtlings-Solidarität und des gemeinsamen Kampfes von Migranten und Einheimischen um soziale Errungenschaften durch diese faschistische Kundgebung in den Dreck gezogen werden sollten, hatte es vorher nicht gegeben.

Aber schnell formierte sich am offenen Mikro ein Sturm der Entrüstung in den verschiedenen Sprachen der Anwesenden, aus Kehlen von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, von gut gekleideten und ärmlichen Leuten, mit der Besonnenheit der Älteren und dem Witz und der Wut der Jüngeren.

„Ihr habt in Saarbrücken nichts verloren, deshalb haut ab. Wir lassen unsere Stadt nicht von Euch Rassisten spalten in Deutsche und Ausländer, die Flüchlinge gehören zu uns, deshalb macht Euch vom Acker!“

„Ich bin Rumäne und arbeite hier. Hier sind Italiener, Portugiesen, Spanier, …Und warum soll ich als „Scheinasylant ins Meer“ geschickt werden? Warum? Von euch? Es ist 70 Jahre her, dass Ihr Faschisten die Welt in Schutt und Asche gelegt habt, fangt Ihr wieder damit an?“

„Ich bin IG-Metall-Vertrauensmann bei der ZF, dem größten Betrieb in Saarbrücken. Dort wurde Resolution verabschiedet, wonach Rassisten, religiöse Fundamentalisten und Nazis nichts im Betrieb verloren haben – und in diesem Sinn: hier bei der Europa-Galerie auch nicht!“

Immer wieder wurden, auch seitens der Antifa, die ebenfalls da war, antifaschistische Sprechchöre skandiert und: „Hoch die internationale Solidarität!“ war die Parole der Stunde. Junge MigrantInnen stimmten erleichtert und kämpferisch ein.

Immer wieder liefen einige von uns zu den Beamten von der Polizei und forderten sie auf, der SAGESA das Mikro abzustellen wegen Volksverhetzung.
Deren Redner hatten eine ekelhafte Mischung aus offener Hetze und demagogischem Gefasel drauf. Als sie zu skandieren begannen, „Merkel muss weg!“ wurde ihnen entgegengehalten: „Und danach – Hitler??!!!?“
„Das war schon die Masche in der Weimarer Republik, wo es eine starke sozialistische Arbeiterbewegung gab. Die Nazis haben sich damals wie heute an die Begriffe, die ein Ansehen in der Bevölkerung genossen, drangehängt und so den Begriff „Nationalsozialismus“ kreiert. Sozialismus ist aber genau das Gegenteil Eurer Menschenverachtung, er steht dem Wesen nach für Freiheit von Ausbeutung und Unterdrückung, für eine menschliches Gesicht der Welt“.
„Da wird die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz nicht begeistert sein, wenn sie mitkriegt, dass hier am laufenden Band die Rede ist von ‚Flüchtlinge zurück ins Meer‘. Das ist strafbar. Wie kann man so etwas mit Lautsprecher und allem drum und dran zulassen?“
Ein kurdischer Saarbrücker dazu: „Wenn Ihr gegen Frau Merkel wirklich was tun wolltet, warum sagt Ihr dann nichts gegen deren Kumpanei mit dem türkischen Präsidenten Erdogan, der uns bekriegt, tötet, in die Flucht treibt – hierher?!“

Auch die Scheinangriffe der Nazi-Redner auf den faschistischen IS wurden umgehend entlarvt.
„Ihr seid mit denen eins in Eurer Menschenverachtung, tut doch nicht so!“

„Was ist denn mit eurem Deutschtum? Woher kommt der Pfeffer, mit dem Ihr würzt, woher die Kleidung, die Ihr tragt, woher die Autoteile Eurer Karre da? Nein, so funktioniert die Welt nicht.“
„Die Montagsdemo geht seit Jahren auf die Straße gegen Arbeitslosigkeit, Armutsgesetze und sie trägt den Kopf gerade im Protest gegen die Ursachen des Elends. Niemals geben wir uns dazu her, auf diejenigen einzuschlagen, die die gleichen Interessen haben wie wir, die noch weiter unten stehen in der Rangliste der Herrscher der Welt“.
So war’s heute – auch eine große Werbung für die Montagsdemo. Und eine Aufforderung, spätestens am Montag, 01. Februar, zur 419. wieder dabei zu sein. Nur organisiert sind wir stark.

Wir sehen uns – um 18:00 bei der Europa-Galerie.

S. fricker www.montagsdemo-saar.de

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