Die Kriegswirtschaft und die Wiedereinführung der Wehrpflicht standen im Fokus der Diskussion.
„Durch die zunehmenden weltweiten Konflikte steigt die Weltkriegsgefahr enorm, das sind nicht nur die Kriege in der Ukraine und in Gaza, sondern auch in Ländern weltweit wie z.B. im Sudan und Somailia in Afrika. Nicht nur die USA unter Trump und Russland unter Putin sind die größten Kriegstreiber, auch China, Indien und andere Staaten bilden dazu einen Gegenpol. Dahinter steht das internationale Finanzkapital, im Prinzip geht es nur um die weltweiten Rohstoffe und die strategischen Vorteile“, hieß es in einer Wortmeldung am offenem Mikrofon, „dafür werden unzählige Menschen als Kanonenfutter verheizt“.
„Auch die Nato ist nicht unschuldig, da sie sich immer weiter nach Osten ausgedehnt hat, als die Sowjetunion zusammenbrach. Russland fühlte sich dadurch bedroht. Aber das ist keine Begründung für einen militärischen Angriff auf die Ukraine, es geht Putin um die Herrschaft über die reichen Bodenschätze der Ukraine“, argumentierte ein weiterer Redner.
„Allgemein ist zu begrüßen, dass sich sowohl in Russland als auch in der Ukraine eine Kriegsmüdigkeit unter den Soldaten breit macht. Die Bevölkerung in Europa muss versuchen, mit diesen Kriegsgegnern in Kontakt zu kommen, um einen internationalen Widerstand gegen die Kriegstreiber aufzubauen. Das ist natürlich äußerst schwierig“, sagte einer der Moderatoren.
Neben dem Krieg in der Ukraine wurde der Völkermord in Gaza durch das israelische Militär stark verurteilt. „Da macht sich Deutschland durch die Waffenlieferungen oder die Lieferung von Kriegsmaterial an Israel mitschuldig“, meinte eine Rednerin.
Auf die Frage, was große Teile der Bevölkerung konkret gegen die Kriege unternehmen können, berichtete ein Redner: „Hafenarbeiter aus Griechenland weigerten sich, Kriegsgut auf Schiffe zu verladen. Deutsche Arbeiter könnten sich weigern, Rüstungsgüter herzustellen wie in einem neuen Werk von Rheinmetall in Norddeutschland. Dabei spielt die Denkweise eine entscheidende Rolle. Wenn alle Beschäftigten der Rüstungsindustrie streiken würden, um sinnvollere Produkte wie z.B. Rettungswagen anstelle von Panzern oder Munition ausschließlich für Jagdzwecke herzustellen, würde ein wichtiger Beitrag gegen die Rüstungswirtschaft geleistet“, sagte ein Redner.
Mehrheitlich lehnten die Montagsdemonstranten die Wiedereinführung der Wehrpflicht ab. „Wir stehen nicht vor einem akuten Weltkrieg und einem Angriff durch Russland, denn dann gäbe es weder Sieger noch Besiegte, weil dieser Krieg sehr wahrscheinlich atomar geführt würde“, argumentierte ein Redner, „nicht die Aufrüstung sichert den Weltfrieden, sondern nur der Zusammenschluss aller Kriegsgegner weltweit“. Zudem hat Putin selbst zu begrüßende Probleme, Soldaten zu finden!
„Da auch in Deutschland immer weniger junge Menschen bereit sind, als Soldaten an einer Kriegsfront zu sterben, versucht die Bundeswehr, mit Zugeständnissen wie z.B. einen Sold von über 2000,00 Euro, junge Menschen für den Kriegsdienst zu begeistern. Gegen diese Entwicklung wären massenweise Demonstrationen bundesweit erforderlich, die jedoch nicht stattfinden“, empörte sich eine Rednerin.
Auf der lebhaften Debatte wurde deutlich, dass Aufrüstung und Kriegswirtschaft keinen Frieden bringen werden. Die Montagsdemonstranten verurteilten aufs Schärfste den Angriff auf die Sozialsysteme, damit die Rüstungsindustrie ausgebaut werden kann. „Milliarden für die Rüstung, aber keinen Cent für die Erhöhung des Bürgergelds“, war die eindeutige Meinung.
Ulrich Achenbach
Moderator
