Esslingen 01.12.2014

Esslinger Montagsdemo am 1.12.2014

Heute versammelten sich etwa fünfundzwanzig Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu ihrer 393. Montagsdemo.

Im Mittelpunkt stand unser Jubiläum. Mit Kreide auf dem Boden und mit einem Zusatz auf unserem Transparent wurde auf die vergangenen zehn Jahre aufmerksam gemacht. Wir freuten uns, einige alte Bekannte wieder zu sehen.

demo141201 Aufbau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gratuliert wurde uns von Courage, vom Wahlbündnis FÜR und natürlich von der MLPD. Wichtig war uns die Nachricht von der erfolgreichen Gründung der Umweltgewerkschaft. Mit Sekt stießen wir an, es gab Kuchen und Glühwein, Kaffee konnten wir beim freundlichen Bäcker aus dem Geschäft hinter unserem Tisch bekommen. Mit Gesangsdarbietungen, hausgemachtem Kuchen und anderen Kleinigkeiten konnten wir ohne große Worte Passanten zum längeren Verweilen bewegen, so dass wir doch viel mehr Leute erreicht haben, als die dürre „fünfundzwanzig“ vermuten lässt. Die weihnachtliche Beleuchtung der Straße hat uns sicher auch unterstützt.
An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die bei der Vorbereitung mitwirkten, Kulturbeiträge oder Sachspenden einbrachten sowie all den Spendern, die unsere Spendendosen recht gut klingeln und rascheln ließen! Dank an alle Teilnehmer und besonders die, die sich erstmalig an das offene Mikrofon trauten.

Am offenen Mikrofon ging es natürlich auch um unsere eigene Geschichte und Entwicklung. Das wurde aber stets in Zusammenhang mit den aktuellen Fragen gebracht. In mehreren Beiträgen kam der inzwischen untrennbare Zusammenhang von sozialer und Umweltfrage zum Ausdruck. So erfuhren wir, dass das Regierungspräsidium keine eigenen Umweltverträglichkeitsuntersuchungen anstellt, solange es nicht dazu (von der Bevölkerung) aufgefordert wird. Die Daimler-Gießerei beantragte dort, den Ausstoß um das Mehrfache steigern zu dürfen. Seit Jahren sind die Abgase dieser Gießerei im Fokus der Kritik, die Bevölkerung wurde durch FÜR dafür sensibilisiert. Jetzt, nach dem Scheitern des Logistikzentrums in der Pliensauvorstadt, soll dort eine ca. 12 m hohe die bisher ca. 6 m hohe Industriebebauung ersetzen. Damit werden die Bedingungen für den Luftaustausch längs der im Wohngebiet zentralen und stark belasteten Stuttgarter Straße mit Sicherheit negativ beeinflusst – und damit Wohnqualität und Gesundheit der Bewohner. Auf der anderen Neckarseite, in der Innenstadt, rechnet die Verwaltung mit der Verdoppelung der Tage mit über 30 °C im Jahr. Dass dadurch die Wohnqualität sinkt und die Sterberate steigt, wird von der Verwaltung billigend in Kauf genommen. Der Antrag, den jetzt leer stehenden bisherigen Busbahnhof zu einem innerstädtischen Grünzug umzugestalten, wurde von der Gemeinderatsmehrheit – dieser Logik folgend – abgelehnt. Diese Haltung von Verwaltung und Gemeinderat wurde von einer Teilnehmerin unserer Kundgebung als zynisch gebrandmarkt. Natürlich wurde auch über damit zusammenhängende und weitere Vorschläge gesprochen (Zum Verständnis: zum 1250. Stadtjubiläum 2027 hat sich die Verwaltung viel vorgenommen: So sollen u. a. weitere Baugebiete erschlossen werden, die vorhandene Bebauung soll verdichtet werden. Aber: Der neue Flächennutzungsplan musste aufgrund der Proteste der Bevölkerung zurückgezogen werden. Jetzt setzt die Stadtverwaltung auf ein Moderationsverfahren mit unabhängigen Spezialisten. Das darf dann offenbar ruhig (so bisher bewilligt) gut eine dreiviertel Million kosten. Nur zeigten die bisherigen Stadteilgespräche nicht die erhoffte Wirkung. Die Leute, nicht nur in der Pliensauvorstadt (Daimler-Logistikzentrum) lassen sich nicht mehr so einfach vor den Karren der Verwaltung, ihrer Presse, Gemeinderäte und Bürgerausschüsse spannen).

Die Diskussion war auch heute (nach meinem Eindruck) wieder energisch und engagiert, die Beiträge waren kurz und wurden alle mit Beifall bedacht.

Wir klärten die Teilnahme an der Montagsdemo nächste Woche in Bochum. Das wird dann auch unsere 394. Montagsdemo werden – in Esslingen werden wir die nächste (395.) Kundgebung am 15.12. durchführen.

Euer H.

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