Saarbrücken 01.12.2014

Pressemeldung zur 405. Saarbrücker Montagsdemo gegen Hartz-Gesetze am 01.12.2014
Eine außerordentliche Montagsdemo fand heute inmitten der weihnachtlichen Buden auf der Bahnhofstraße statt: Unübersehbar waren wir, etliche Passanten beteiligten sich am offenen Mikro – und ein beachtliches Spendenergebnis von 29,23 drückt die Sympathien gegenüber der Montagsdemo aus.

„Wenn die Lebensverhältnisse „krank“ sind – muß Widerstand gesund sein!“, so ein Plakattext. Einmal mehr positionierte sich die Montagsdemonstrierer als KämpferInnen für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Sie brachten dabei auch die Folgen von Überausbeutung auf der einen Seite und von Arbeitslosigkeit auf der anderen zur Sprache, denn „wir Menschen sind selbst Teil der Natur und müssen feststellen, dass unter den kapitalistischen Lebensbedingungen regelrecht die Fähigkeit zur Regeneration von Körper und Geist infrage gestellt ist“, so ein Beitrag. „Mehr als 2 Millionen Arbeiter haben hierzulande eine 48-Stundenwoche inzwischen – und zugleich steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen epedemieartig an bei Arbeitslosen und Beschäftigten.“
„Die ZF Getriebe gibt sich hier so sozial, aber da muss man genauer hinschauen – auch in Saarbrücken. Jedenfalls berichten all die Kollegen, die für einige Wochen nach South Carolina entsendet werden, um das dortige ZF-Werk mitaufzubauen, von einer 7-Tage-Woche für die dortigen Mitarbeiter, von Entlassungen nach einem Strafpunkte-System: Für einen Krankheitstag gibt’s 5 Strafpunkte – mit 25 Punkten fliegt man raus“, sagte eine Rednerin. „Egal wie weit entfernt wir voneinander leben, gehören wir doch auf der ganzen Welt zusammen, das muss noch viel praktischer werden“, eine andere.

Eine andere Frau meldete sich und fragte, was denn konkret in Gang kommen müsse, um sich gegen all die Mißstände aufzulehnen, und wie das gehen solle – und was denn die Montagsdemo sei.
Die weiteren Beträge am offnen Mikro gaben ihr und allen anderen einen guten Anschauungsunterricht:
Die Lage und Perspektive der Jugend ist ganz oft Thema bei uns – und heute interessierten sich eine ganze Reihe Jugendlicher dafür, als eine kontroverse Einschätzung über die Jugendarbeitslosigkeit dazu herausforderte, sich selbst ein Bild zu machen.
Fragen werden gemeinsam geklärt (konkret ging’s darum, was denn eigentlich „Fracking“sei, so die Frage einer anderen Passantin, auf die allein 4 verschiedene Redebeiträge eingingen).
Die Montagsdemo ist verbunden mit den fortgeschrittensten Kämpfen der Republik. Eine Grußadresse an die Opelaner in Bochum wurde heute einstimmig verabschiedet, die nach 10 Jahren des Kampfes nun erhobenen Hauptes die Schließung ihres Werks erleben – und doch die „Fackel von Bochum“ weitertragen werden.
Wo Keime einer neuen demokratischen Gesellschaft wachsen, trägt das die Montagsdemo bundesweit unter die Bewohner der Städte: Ein Gedicht zu Rojava wurde vorgetragen und eine Bekanntmachung gab’s auch zu einer entsprechenden Veranstaltung im Haus der kurdischen Gemeinde am Donnerstag, den 11.12. / 19:00: Die MLPD lädt ein unter dem Motto: „Hände weg von Rojava! Freiheit für Kurdistan! Kobané – Information – Perspektiven – Solidarität“.
Die Montagsdemo finanziert sich selbst. Eine Teilnehmerin rief zu Spenden auf , ging mit der Spendendose herum und sammelte.
Für wichtige Organisationsformen der Arbeiter- und Volksbewegung wird geworben. Es gab einen Bericht von einem Teilnehmer am Gründungskongress der neuen Umweltgewerkschaft in Berlin vom vergangenen Wochenende und zugleich wurde zum kommenden Samstag zu Aktionen anlässlich des Welt-Umwelttages am 06.12. aufgerufen: „Beteiligt Euch alle ab 12:00 beim Gustav-Regler-Platz!“ – „Und lasst an dem Tag mal euer handy zuhause als Ausdruck Eures Protestes gegen die schädlichen Mobilfunkmasten überall.“

Wie immer kann nicht alles in die Pressemeldung – am besten Ihr beteiligt Euch selbst.
Die nächste Montagsdemo ist am 05. Januar 2015 – los geht’s um 18:00 bei der Europa-Galerie.
Aber erst einmal feiern wir Montagsdemonstrierer am kommenden Montag um 17:00 im Café Jederman.

S. Fricker www.montagsdemo-saar.de

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