Herbstdemo 2014 Rede 1

Monika Gärtner-Engel September 2014
Stellvertretende Parteivorsitzende der MLPD

Rede auf der 11. Herbstdemonstration der bundesweiten Montagsdemonstration

Zuallererst: Ganz herzlichen Glückwunsch an euch und uns alle zu zehn Jahre bundesweite Montagsdemonstration!
Ohne Übertreibung kann ich für die MLPD sagen: Diese zehn Jahre mit euch gemeinsam waren ein neues Feld, ein intensiver Lernprozess und eine erhebende Erfahrung der Solidarität!

Liebe Freundinnen und Freunde,
es ehrt uns, dass immer wieder – von Freund und Feind (!) – betont wird, dass die MLPD einen wichtigen Beitrag zur Stabilität, Kontinuität, Höherentwicklung und Perspektive der Montagsdemonstrationsbewegung leistet. Diese intensive Wechselbeziehung und Freundschaft hat sich über die Jahre gefestigt:
Die Montagsdemonstration ist vor zehn Jahren angetreten als das soziale Gewissen – gegen die Agenda 2010, die jetzt in der Agenda 2030 ihre unrühmliche Fortsetzung finden soll. Wenn ich hier in die Runde, in eure Gesichter schaue, dann wird auch weiterhin die enge Verbindung von Arbeitern, Arbeitslosen, kämpferischen Frauen… das Markenzeichen sein.
In dieser wichtigen Anfangsphase hat die MLPD hauptsächlich ihr Know-how eingebracht, damit wir gemeinsam die unverwechselbaren Standards entwickeln wie das offene Mikrofon, die demokratischen Abstimmungen auf der Straße, die regelmäßige unerschütterliche Präsenz. Das sind Prinzipien, die weit über die Montagsdemonstrationsbewegung hinaus Bedeutung erlangt haben.
Spätestens seit Fukushima ist die bundesweite Montagsdemonstrationsbewegung auch zum ökologischen Gewissen der Republik geworden. Wir haben gemeinsam gekämpft für die Stilllegung aller Atomkraftwerke, für erneuerbare Energien, gegen das unsägliche Fracking.
Hier hat die MLPD als jüngsten Diskussionsbeitrag das Buch herausgebracht: „Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ Ebenso wenig mit Harz IV können wir uns erst recht nicht abfinden mit dem Untergang in eine globale Umweltkatastrophe. Nicht nur in der Umweltfrage bringt die MLPD immer wieder den Gedanken des echten Sozialismus in die Montagsdemonstrationen ein und regt damit an, auch weit über die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse hinaus zu denken und zu kämpfen! Deshalb ist das Buch auch ein Beitrag zur Strategiedebatte in der Montagsdemonstrationsbewegung.
Schließlich hat sich die Montagsdemonstration höherentwickelt zum außen- und friedenspolitischen, zum internationalistischen Gewissen. Wir haben die Unterstützung des Streiks der griechischen Stahlarbeiter über die Montagsdemonstrationen in Deutschland bekannt gemacht.
Die kämpferische Opposition war die einzige, die sich beim staatsterroristischen Krieg Israels gegen die Palästinenser nicht von der Antisemitismuskeule hat erschlagen lassen. Stolz haben wir uns positioniert für den Freiheitskampf der Palästinenser! Und in den letzten Wochen haben wir den mutigen Kampf der Kurdinnen und Kurden über die Montagsdemonstrationen bekannt gemacht und ihren Freiheitskampf unterstützt.

Liebe Freundinnen und Freunde,
so manchem von euch ist nicht verborgen geblieben, dass die regelmäßige Teilnahme der MLPD-Mitglieder durchaus auch in der MLPD umstritten ist. Klar, wer krank ist, wer wichtige Vorhaben hat oder … kann nicht immer kommen. Aber ansonsten möchte ich für die Parteiführung der MLPD klar sagen: Wir stehen dafür, dass unsere Mitglieder beharrlich, aktiv, kämpferisch, mit guten Beiträgen an jeder Montagsdemonstration teilnehmen! Wenn Stefan Engel, der Parteivorsitzende der MLPD, nicht gerade wie heute im Ausland ist, nimmt er jede Woche daran teil. Manche Leute kommen gerade wegen seiner erhellenden, gut verständlichen Beiträge zur Wirtschaftsentwicklung und anderen komplizierten Fragen zur Montagdemonstration!
Mancher hat sich heute auch schon etwas bedrückt geäußert, warum wir nicht schneller wieder mehr werden. Garantiert werden die krisenhaften Entwicklungen des Kapitalismus, die kommenden Erschütterungen massenhaft Menschen auf die Straße bringen. Allein im letzten Jahr haben wir drei Situation gehabt, in denen die Gelsenkirchener Montagsdemo sprunghaft wachsenden Zuspruch erlebte:
Als die Brotfabrik Stauffenberg zumachte, waren 30 Arbeiter von Stauffenberg auf der Montagsdemo,
als wir für syrische Flüchtlinge kämpften, waren plötzlich 40 Familienmitglieder aus verschiedenen Familien da
und anlässlich unserer Solidarität mit dem Freiheitskampf der Palästinenser waren wir plötzlich über 200!
Sie ist eine unauslöschliche Zukunftsinvestition. Wir erkämpften ein festes Fundament, eine feste politische Infrastruktur der Klarheit, der Mobilisierungsfähigkeit, der Kampfkraft und der Solidarität. Das ist die Bilanz nach zehn Jahren bundesweite Montagsdemonstration.
Dazu noch einmal herzlichen Glückwunsch und uns gemeinsam weiterhin viel Erfolg dabei!
Glück auf!

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