18.08.2014 Gelsenkirchen

Gelsenkirchener Bürgerbewegung Montagsdemonstration
i.A. der Bürgerbewegung
Thomas Kistermann
Martina Reichmann
Laarmannshof 16
45883 Gelsenkirchen
Tel. 0209-138120
E-Mail: martina.reichmann@onlinehome.de

9 Monate, neun Stunden, um zu lernen, wie lang ein Tag ist?!
Montagsdemo aktiv gegen Diskriminierung von Hartz-IV-Empfängern

Wie lang ist ein Tag? Das will man Arbeitslosen in GE beibiegen. Neun Monate lang müssen sie an zwei Wochentagen von 8 bis 17 Uhr, sprich neun Stunden anwesend sein: um nachvollziehen zu können, wie lang ein Tag im täglichen Alttag ist!
Am 18.08.2014 auf der 498. Gelsenkirchener Montagsdemo berichtete darüber Thomas Kistermann, Moderator und arbeitslos. Er ist selbst betroffen und empört darüber – die Kritik teilen zum Teil auch die, die das Bewerbungstraining durchführen sollen. Thomas Kistermann bekam von der ARGE eine Maßnahme zugewiesen, die am 05.08.2014 begann, bei der DEKRA. Ziel dieser Maßnahme: zu lernen, wie man eine Bewerbung erstellt, ein Bewerbungs-Anschreiben formuliert.
Lernen, wie lang ein Tag ist – Wie kommen solche unglaublichen Äußerungen zustande? Gibt es Grundlagen dafür beim Jobcenter? Diesen Fragen wird die Montagsdemo nachgehen.
In Redebeiträgen am offenen Mikrofon wurde bekräftigt – das geht uns alle an.„Das ist unverschämt und eine irrsinnige Begründung!“ „Wir sind mit Thomas Kistermann voll und ganz solidarisch und werden das breit bekannt machen.“
Neun Monate Bewerbungstraining für Menschen, die diese Prozedur schon einige Male absolviert haben, für die es auf dem Arbeitsmarkt gar nicht genug Stellen gibt, machen keinen Sinn. Eher wohl schon, dass sie auf diese Weise aus der Arbeitslosenstatistik herausgerechnet werden, obwohl der Hartz-IV-Regelsatz ganz normal weiter gezahlt wird. Ein viel sinnvollerer Vorschlag war, Thomas Kistermann als Pressesprecher bei der Stadt einzustellen – das macht er nämlich seit 10 Jahren (für die Montagsdemo) und ist sehr versiert!

Diskutiert wurde auch über den Reallohnverlust – und wie es einzuschätzen ist, wenn jetzt EZB, Bundesbank und Wirtschaftsinstitute die Forderung nach Lohnsteigerungen verlautbaren. Stefan Engel hatte viele Argumente dafür, dass wir es die Löhne in ganz Deutschland in allen Betrieben steigen müssen. Darüber entscheidet letztlich unsere Kampfkraft. Seit Jahren verschlingt die Inflationsrate  die minimalen Lohnerhöhungen, und wird schnell wieder zurückgeholt, was im ersten Schritt an Zugeständnissen bei den Löhnen gemacht wurde. Darauf können wir uns nicht verlassen, es ist Zeit, betriebsübergreifend und revierweit Aktivitäten für den Kampf um Lohnerhöhungen und Verkürzung der Arbeitszeit auf die Tagesordnung zu setzen.

Monika Gärtner-Engel, Moderatorin und Ratsfrau für das überparteiliche Kommunalwahlbündnis „AUF Gelsenkirchen“ berichtete von dem großen Erfolg, dass die Strafanzeige von K. Hauer/Pro NRW gegen sie eingestellt wurde. Völlig richtig kommen die Richter zu der Einschätzung, dass keine Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung vorliegen.
Sie hatte während der ersten Stadtratssitzung in Gelsenkirchen gegen den Abgeordneten der faschistischoiden Partei „Pro NRW“, Kevin Hauer, demonstriert, indem sie ein frei im Internet kursierendes Bild von ihm mit Burschenschaftsmütze und Hitlerbild als Plakat sowie ein Plakat mit der Aufschrift „Nazis Raus“ hoch gehalten hatte. Kevin Hauer reagierte mit einer dreisten Attacke auf Monika Gärtner-Engel, mit Strafanzeige, Lügen und mit Hetze – und erlitt damit eine erste Niederlage! Die Montagsdemonstranten sind solidarisch mit Monika Gärtner-Engel im Kampf gegen alle solche Angriffe – ein Grund, unsere antifaschistischen Aktivitäten nicht nachzulassen und wachsam zu sein.
Am 25.08.2014 geht es weiter mit der 499. Gelsenkirchener Montagsdemo, ab 17.30 Uhr auf dem Platz der Montagsdemo, früher Preuteplatz.

Mit freundlichen Grüßen und der Bitte um Berichterstattung, Martina Reichmann und Thomas Kistemann

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