Pressemitteilung Herbstdemo 2013

Berlin, 19.10.2013

Pressemitteilung zur 10. Herbstdemonstration der Bundesweiten Montagsdemonstrationsbewegung am 19. Oktober 2013 in Berlin

Bei strahlendem Sonnenschein demonstrierten heute gut 1.000 Montagsdemonstranten, couragierte Frauen, Umweltschützer, rebellische Jugendliche, kämpferische Industriearbeiter, Antifaschisten, Revolutionäre u.a. in Berlin gegen die Hartz-Gesetze, die Abwälzung der Krisenlasten auf die Bevölkerung und für eine lebenswerte Zukunft. Mit Bussen, Autos und Zügen waren die Demonstranten aus dem ganzen Bundesgebiet angereist – von München, aus dem Ruhrgebiet, aus Hamburg, Magdeburg, Leipzig. Mit der Auftakt- und Abschlusskundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz wuchs die Zahl der festen Teilnehmer auf ca. 1.500 an. Große Anerkennung, Interesse und Sympathie erfuhr die Demonstration von den Passanten und Anwohnern in Mitte und Prenzlauer Berg.

Wenige Kilometer von hier finden die Koalitionssverhandlungen zur neuen Bundesregierung statt, die sich offensichtlich schwierig gestalten. Doch das soll nicht unser Problem sein. Offensichtlich hat sich noch keiner getraut, es mit uns aufzunehmen“, so Fred Schirrmacher, einer der Sprecher der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo. Selbstbewusst, kämpferisch und optimistisch machten die Teilnehmer der Demonstration der neuen Regierung unmissverständlich deutlich, dass mit ihnen weiterhin zu rechnen ist. Immerhin hat die Montagsdemonstrationsbewegung schon drei Bundesregierungen überlebt und jetzt auch die FDP!

Begonnen mit dem Protest 2004 gegen die unsozialen Hartz-Gesetze hat sich die bundesweite Montagsdemonstration inzwischen zu einer umfassenden gesellschaftlichen Bewegung entwickelt, die aus Deutschland nicht mehr weg zu denken ist. Sie hat in den letzten Jahren maßgeblich zur Entwicklung des sozialen, ökologistischen und internationalistischen Bewusstseins der Bevölkerung in Deutschland beigetragen. Montag ist zum Tag des Widerstands geworden!

Die bundesweite Montagsdemonstrationsbewegung steht wie keine Bewegung in Deutschland für die Überparteilichkeit. Gleichberechtigt sprachen auf der 10. Herbstdemonstration Vertreter der MLPD, der LINKE, Mitglieder von Verdi, IG Metall und IGBCE, Christen, Menschen unterschiedlichster Weltanschauung.

Kollegen von Opel Bochum, die derzeit gegen die Schließung ihres Werkes und die damit verbundenen Massenentlassungen kämpfen sowie der Norgren-Belegschaft aus Großbettlingen, die derzeit im Streik gegen die Verlagerung nach Tschechien steht, ließen es sich nehmen nach Berlin zu kommen und bei der Kundgebung zu sprechen. Sie brachten zum Ausdruck, dass die Arbeiter, Arbeitslosen und Hartz IV-Betroffenen weiter zusammenstehen müssen gegen Arbeitsplatzvernichtung, Verstärkung der Leiharbeit und Niedriglöhnen.

Der Kampf zur Rettung der Umwelt war auf der Herbstdemonstration präsent wie nie.

Verschiedene Vertreter der kämpferischen Umweltbewegung sprachen für die sofortige Stillegung aller Atomkraftwerke und deckten die Machenschaften des menschen- und umweltgefährdeten Frackings auf.

Solidarische Grüsse bekam die 10. Herbstdemonstration von der Bewegung „Sans papiers“ aus Frankreich. Zeitgleich zur Herbstdemonstration in Berlin gingen in Paris Tausende überwiegend Jugendliche auf die Straße gegen das skandalöse Verhalten der Polizei, die Kinder von Sanspapiers aus Schulausflügen verhaftet, um sie abzuschieben. Mit „Hoch die internationale Solidarität“-Chören wurden zwei libysche Flüchtlinge aus Hamburg begrüßt, die vom Schicksal tausender Flüchtlinge berichteten, die über Lampedusa nach Europa kommen.

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