Wir sind Trägerorganisation des:

Protesterklärung der Bundesweiten Montagsdemo gegen das Verbot der Gedenkveranstaltung zum 75. Todestags Ernst Thälmanns

Bundesweite Montagsdemobewegung, Koordinierungsgruppe

An die Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora

z. H. Herrn Lüttgenau

99427 Weimar

19. Juli 2019

Protesterklärung der Bundesweiten Montagsdemo gegen das Verbot der Gedenkveranstaltung zum 75. Todestags Ernst Thälmanns

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Lüttgenau,

wir sind bestürzt über ihr nachträgliches Verbot einer Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisse am 17. August 2019 zum 75. Todestag von Ernst Thälmann und stehen voll hinter dem Inhalt des Schreibens der Herren Timm und Dimler! Wir protestieren in aller Schärfe gegen Ihr Verbot dieser Veranstaltung, das durch nichts zu rechtfertigen ist.

Es ist richtig, dass die MLPD als eine der Trägerorganisationen des Internationalistischen Bündnisses – sowie auch wir von der Bundesweiten Montagsdemo – an dieser Gedenkveranstaltung teilnimmt, der Veranstalter und Anmelder ist jedoch das Internationalistische Bündnis. Dieses wurde von Ihnen allerdings gar nicht angeschrieben, sondern das Verbot gegenüber der MLPD ausgesprochen. Das ist ein sehr seltsamer Vorgang.

Ausgerechnet in einer Zeit, in der täglich neue Meldungen über faschistische Netzwerke ans Tageslicht kommen, der Kassler Regierungspräsident Walter Lübcke von Neofaschisten ermordet wurde, wiederholt wurden auch MontagsdemonstrantInnen von Faschisten bedroht – untersagen und diffamieren Sie eine antifaschistische Gedenkveranstaltung. Sie und die Mitglieder der Direktion der Stiftung können persönlich zur MLPD und zum Internationalistischen Bündnis stehen wie Sie möchten, aber Sie haben kein Recht, Entscheidungen im Rahmen Ihrer Funktion aus sachfremden Gründen zu treffen.

Sie kündigen die Anwendung des Hausrechts an. Wollen Sie etwa Antifaschisten den Zutritt verweigern – darunter Klaus Dimler, dem Sohn eines ehemaligen Insassen des KZ Buchenwalds?

Wir sind eine überparteiliche Bewegung und haben in unserer Bewegung zur Person Josef Stalins unterschiedliche Meinungen. Aber wir finden es unglaublich, wie Sie die Zeit, in dem das sowjetische Volk und die Rote Armee Deutschland maßgeblich mit vom Hitler-Faschismus befreit haben, pauschal als „Zeit des großen Terrors“ bezeichnen.

Wir verurteilen auch Ihre Unterstellung, die MLPD bzw. das Internationalistische Bündnis sei antisemitisch und rassistisch, weil sie/es das israelische Regime kritisiert und die Methode des Boykotts als Widerstand gegen diese Politik nicht ablehnt.

Wir fordern Sie auf, das Verbot der Gedenkveranstaltung des Internationalistischen Bündnisses sofort aufzuheben!

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Achenbach, Matz Müllerschön, Siggi Renz, Fred Schirrmacher, Manuela Schirrmacher, Ulja Serway

Mitglieder der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo

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