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Kämpferische Demonstration von Bergbaubeschäftigten, ihren Familien und Freunden am 16. März in Essen: Mit der Stilllegung der Zechen ist längst nicht alles vorbei!

Über 250 Menschen kamen zu der Kundgebung und Demo der kämpferischen Bergarbeiterbewegung ‚Kumpel für AUF‘  am vergangenen Samstag nach Essen-Katernberg. Zur Auftaktkundgebung vor dem Haupteingang der ehemaligen Zeche Zollverein (heute Museum und Weltkulturerbe) Schacht XII versammelten sich zahlreiche Menschen von verschiedenen Organisationen und Parteien, aktive und ehemalige Bergleute und ihre Familien und bekundeten ihre Solidarität mit den (ehemaligen) Bergleuten und ihren Angehörigen, u.a. der Frauenverband Courage, Vertreter der Organisation Kumpel für AUF, der Jugendverband Rebell mit der Kinderorganisation Rotfüchse, die Betriebsratsgruppe von Opel Offensiv, mehreren Montagsdemonstrationen, die Umweltgewerkschaft, das Internationalistische Bündnis, die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschland und zahlreiche Einzelpersonen. Moderiert wurden die Kundgebungen von Günther Belka von Kumpel für AUF und Monika Gärtner-Engel, Ratsfrau aus Gelsenkirchen von AUF Gelsenkirchen.

Als einer der Redner rief Christian Link, einer der Sprecher von Kumpel für AUF,in seiner kämpferischen Rede zum Widerstand gegen die Ruhrkohle AG (RAG) auf. „Mit der Stilllegung der Zechen ist längst nicht alles vorbei. Die RAG versicherte, keiner würde nach den Zechenschließungen ins „Bergfreie“ fallen. Hunderte Kumpel von Leiharbeitsfirmen oder Fremdfirmen und sogenannte Nichtanpassungsberechtigte, flogen sofort raus. Die noch Beschäftigten bangen um ihre Zukunft. Außerdem wurden den Kumpel ihre Deputatzahlungen durch einen hinterhältigen Tarifvertrag zwischen der IGBCE-Gewerkschaftsführung und der RAG gestrichen bzw. viel zu niedrig abgefunden. Jahrzehnte erhielten die Bergleute Kohle oder ersatzweise Geld als festen Lohn- und Rentenbestandteil, was auch den Witwen zugute kam“.

Außerdem prangerte Christian die Umweltverbrechen der Bergbaukonzerne wie die Einlagerung von Giftmüll in stillgelegte Bergwerkschächte, z.B. in der Schachtanlage Auguste Viktoria, Marl, an und verurteilte die geplante Flutung dieser Schächte und berichtete, dass durch den Widerstand der Bergleute und der Bevölkerung in Marl die für Januar geplante Flutung auf April 2019 verschoben werden musste. Weiterer Widerstand ist angesagt!

Durch die Flutung der Bergwerkstollen kann sich der eingelagerte Giftmüll in gelöster Form das Grundwasser erreichen und damit die Trinkwasserversorgung einer ganzen Region gefährden.

Es folgten mehrere Redebeiträge von anderen Organisationen und Solidaritätsbekundungen. Die Moderation verlas Solidaritätserklärungen von Personen und  Organisationen, die nicht zur Demo kommen konnten, u.a. aus Thüringen und sogar aus Afrika, z.B. Kongo. Zwischendurch gab es musikalische Beiträge.

Nach dem Lied „Glück auf, der Steiger kommt“, setzte sich der große Demonstrationszug mit vielen Transparenten, Fahnen und Schildern in Bewegung, die Kinder trugen zum Teil selbstgebastelte Grubenlampen. Viele Anwohner waren an ihren Fenstern und sahen interessiert zu. Viele trugen sich auch in die Unterstützungslisten für Rebell ein und waren an dem kommenden Pfingstjugendtreffen interessiert. Mit vielen Parolen und Liedern ging es weiter bis zum Katernberger Markt zur Abschlusskundgebung.

Hier sprachen u.a. der Kumpel Andreas Tadysiak, Hauptkoordinator der Internationalen Bergarbeiter Koordinierungsgruppe, zwei Vertreterinnen des Bezirksfrauenrats der Gewerkschaft Ver.di, Claudia Scholz, eine ehemalige Beschäftigte in der Telefonzentrale von RAG  (jetzt Rentnerin und parteiloses Mitglied der Fraktion der Linkspartei im Rat der Stadt Herne), die Vorsitzende der MLPD Gabi sowie eine Vetreterin vom Jugendverband Rebell. Hier wurden weitere Verbrechen der RAG bekannt: Das Grubenwasser enthält neunmal soviel PCB (chlorierte Kohlenwasserstoffe), die krebserzeugend sind, als von der RAG angegeben und überhaupt gesetzlich erlaubt sind! Beim Rückbau von PCB-verseuchten Zecheneinrichtungen, z.B. Rohrleitungen, sind die Beschäftigten ohne ausreichende Schutzmaßnahmen!  Auch muss die RAG für vernichteten preiswerten Wohnraum der Bergarbeiter und ihrer Familien zur Verantwortung gezogen werden! Viele Wohnungen wurden an Wohnungskonzerne wie Vonovia, LEG oder Vivawest verscherbelt und die Mieten steigen und steigen!

Es gab eine musikalisches Rahmenprogramm und auch für die Verpflegung war u.a.mit den für Bergleute typischen „Schmalzstullen“ (Butterbrote mit Schmalz) sowie Getränken gut gesorgt.

Mit dem Kampflied der asturischen Bergarbeiter gegen die Unterdrückung im damaligen Franco-Faschismus „Santa  Barbara Bendita“ endete die Kundgebung. Alle sangen eifrig mit.

„Wir haben die Stilllegung des Bergbaus nicht akzeptiert und nichts ist abgehakt! Wir kommen wieder“, lautete der Tenor.

 

Ulrich Achenbach

Montagsdemonstrant der Bochumer Montagsdemo und Mitglied der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo

Vertreter der Bundesweiten Montagsdemo im Bündnis-Rat des Internationalistischen Bündnisses

 

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