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Montagsdemo in Berlin gedenkt Hans-Heinrich Burmeister

MoDemo-Bewegung

Montagsdemo in Berlin gedenkt Hans-Heinrich Burmeister

Am 25.02.2019 gedachte die Berliner MoDemo unter der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz ihres kürzlich verstorbenen Mitstreiters Hans-Heinrich Burmeister. Eine halbe Stunde nahmen Mitstreiter und Freunde am offenen Mikrofon Abschied von ihm. Dabei nahm die Kette der Redner fast kein Ende.

Zu Beginn wurde gemeinsam das ihm gewidmete Lied „Time to say goodbye“ gesungen.

Hans-Heinrich, der 1942 in Hamburg geboren wurde, war jahrzehntelang ein aktiver Gewerkschafter und auch Streikführer, u.a. bei Bosch. Er ließ sich als Betriebsrat nicht korrumpieren und durch seine konsequente Haltung und dadurch, dass er klar Stellung bezog, politisierte er viele junge Menschen. Darunter war auch Andrew Schlüter, der heutige Vorsitzende des Landesverbandes Ost der MLPD, der ihn 1993 kennenlernte und tief von ihm beeindruckt war. Hans-Heinrichs Unbeugsamkeit ging sogar so weit, dass er das Angebot einer riesigen Abfindung von Bosch ablehnte und dieses Schreiben für die Öffentlichkeit an das Schwarze Brett heftete.

Hans-Heinrich war Mitbegründer der bundesweiten MoDemo-Bewegung und einer ihrer führenden Köpfe. Als parteiloser Moderator drückte er in aller Regelmäßigkeit der Berliner MoDemo seinen Stempel auf. Er leistete seinen besonderen Beitrag dafür, dass die Hartz-Gesetze zu den bundesweit am meisten Gehassten wurden und der SPD ihre solidarische Maske heruntergerissen wurde. Wenn man heute seine Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit bewundert, so muss das für alle in der MoDemo-Bewegung Aktiven eine Verpflichtung sein den Kampf noch entschiedener fortzuführen bis die Hartz-Gesetze vollständig vom Tisch sind. Sie müssen sich aber auch auf die Zunahme eines erneuten Masseneinflusses vorbereiten. Ein Unterstützer aus der Linkspartei erklärte, es bräuchte noch tausende wie ihn, die nicht bei jedem noch so schwachen Sturm gleich umknicken.

Menschlich war Hans-Heinrich durchaus streitbar. Einige liebten seine kantige Art, andere konnten mit seinen teilweisen provokativen Äußerungen nicht umgehen. Wohlwollend gemeinte Ironie verwandelte sich manchmal in Ernst und einige konnten nicht einschätzen wie das Gesagte gemeint gewesen war. Er liebte Kinder und bereitete ihnen als Nikolaus bei die Internationalen Nikolausfeier 2017 im TREFF-International eine große Freude. Diese Rolle konnte er bei der Feier im letzten Jahr auf Grund seiner Erkrankung schon nicht mehr spielen.

So sehr Hans-Heinrich im Leben Realist war, so sehr machte er sich wegen seiner schweren Erkrankung auch Illusionen. Er plante noch weit in die Zukunft hinein und das vor allem, weil er feststellen konnte, dass wieder mehr Menschen, vor allem Jugendliche, aktiv wurden und es einen fortschrittlichen Stimmungsumschwung gibt.

Die MoDemo-Bewegung und die MLPD werden den Kampf in seinem Sinne fortführen und mit Respekt und Anerkennung von ihm sprechen.

(Korrespondenz, Berlin)

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