Erklärung der Frankfurter Montagsdemo

Erklärung der Sprecher der Frankfurter Montagsdemo:
Seit März 2014 wird im Internet zu einer sogenannten ’neuen Montagsdemo‘ bzw. zu einer
’neuen Friedensbewegung‘ aufgerufen. Die Frankfurter Montagsdemo distanziert sich
ausdrücklich von diesen Aufrufen.

Natürlich hat jede und jeder das Recht, zu einer neuen Aktionsform auf zu rufen. Aber – dieser
Aufruf geschieht nicht auf Grundlage einer qualifizierten Untersuchung und sachlicher Kritik an
bestehenden Bewegungen. Somit ist der Aufruf entweder bodenlos naiv oder eine bewusste
Spaltung der sozialen und Friedensbewegung.

Der Aufruf geht aus von Lars Mährholz, Jürgen Elsässer und Ken Jebsen, 3 erfahrene politische
Akteure. Daher können wir nicht von Naivität ausgehen, sondern von bewussten Aktionen zur
Spaltung und Diskreditierung der Friedens- und Montagsdemo-Bewegung. Belegt wird das
auch durch die bewusste Benennung dieser Aktionen als ‚bundesweite Montagsdemo‘, ’neue
Montagsdemo‘, ‚Montagsdemo‘ oder ’neue Friedensbewegung‘. Sie schmücken sich mit
fremden Federn.

Ihre zentrale Aussage ist: Die Federal Reserve ( Fed, amerikanische Notenbank) stecke hinter
sämtlichen Kriegen der vergangenen 100 Jahren.

1. Diese Aussage entlastet sämtliche Regierungen und Konzerne von ihrer Verantwortung der
Kriegstreiberei, auch der 1. und 2. Weltkrieg ging demnach nicht von Deutschland aus. Das ist
eine unzulässige Verfälschung des imperialistischen Konkurrenzsystems, eine Verharmlosung
des Faschismus, eine Leugnung der Herrschaft der Kapitalisten als Klasse über die
Arbeiterklasse.

2. In rechten Kreisen ist diese Aussage ein Synonym für die jüdische Weltverschwörung, die
Ursache allen Übels sei. Also drückt diese Aussage den plumpen Antisemitismus und ein
faschistoides Weltbild aus.

Die Frankfurter Montagsdemo achtet die Sorge um den Welfrieden vieler Menschen, die jetzt
auf die Montagsdemos gehen. Auch die Frankfurter Montagsdemo versteht sich als Teil der
weltweiten Friedensbewegung und bietet ihr offenes Mikrofon an. Sie achtet die Vielfalt der
Meinungen, auch derer, die sie nicht vertreten kann. Aber faschistisches und antisemitisches
Gedankengut wird ausgeschlossen!

Mit dem Aufruf von Lars Mährholz, Jürgen Elsässer und Ken Jebsen haben wir nichts zu tun.
Wir weisen die Spaltung und Verunglimpfung der Montagsdemo- und Friedensbewegung
zurück und bezeichnen die drei Akteure als Spalter des berechtigten Widerstands vieler
Menschen gegen einen drohenden Krieg. Wir verstehen uns als Teil der antifaschistischen
Bewegung und prangern diese drei selbsternannten Führer der Volksverhetzung an.
Warum kommt so eine Bewegung gerade jetzt? Die Montagsdemo-Bewegung hat an
Attraktivität und internationaler Ausstrahlung zugenommen und ist in der Lage, Massenproteste
zu organisieren. In der Zeit des drohenden Krieges in der Ukraine können die Herrschenden
nicht zu lassen, dass eine Massenbewegung mit stabilen demokratischen Grundsätzen ihnen
entgegensteht. Wie zu Beginn der Bewegung der Montagsdemos gegen die Hartz-Gesetze
versuchen sie, mit Spaltung und Verwirrung die Menschen zu desorganisieren und zu
demoralisieren. Daher sind die drei Akteure aus Berlin zumindest objektiv Handlanger der
Herrschenden in Berlin, Moskau und Washington.

Die Frankfurter Montagsdemo setzt sich für die Stärkung der weltweiten Friedensbewegung und
der Montagsdemo-Bewegung ein – gemeinsam im Protest gegen die Kriegstreiber und
Sozialschmarotzer in Berlin, Moskau, Washington und anderswo.

Frankfurt/Main, 04.05.2014

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