Soli München an Schleckerfrauen

Münchner Montagsdemo gegen Hartz IV
C/o Hennes.ziegler@t-online.de, Perlacherstr. 124 81539 München
An die Gewerkschaft Verdi in München, z.H. Frau Sklomeit
z.K. an Schlecker e.K – Gesamtbetriebsrat, Römerstr. 16, 56637 Palidt
z.K. An die Beschäftigten der Schlecker-Märkte im Raum München
Solidaritätsresolution

Seit 1.6.2012 ist es amtlich: Die Drogeriemarktkette Schlecker soll ganz zerschlagen werden. Weitere
rund 13 000 Schlecker-Mitarbeiterinnen, vor allem Frauen, werden arbeitslos, nachdem sie monatelang
hingehalten worden sind. Es ist laut Verdi die „größte Insolvenz in der Geschichte der BRD“. In
München und im Umland sind 100 Schlecker-Filialen betroffen.

Die Familie Anton Schlecker hat sich in 40 Jahren an den Beschäftigen unglaublich bereichert, letztes
Jahr ist ihr Privatvermögen laut SZ vom 4.6. immer noch auf 1,65 Milliarden geschätzt worden.
Die insgesamt mehr als 23 000 Arbeitsplätze sind einem mörderischen Konkurrenzkampf im
schrumpfenden Markt für Drogerieartikel und letztlich den anderen Ketten wie Rossmann und dm, die
finanzstarke Übermonopole im Rücken haben, geopfert worden.
Eine glatte Verhöhnung ist es, wenn die Bundesregierung den Beschäftigten mitteilt, sie könnten sich
auf das umfassende Hilfsangebot der Bundesagentur für Arbeit verlassen.
Die Beschäftigten der Schlecker-Märkte kämpfen seit Jahren gegen schlechter werdende
Arbeitsbedingungen und für Tarifrechte und viele haben sich in der Gewerkschaft Verdi organisiert.
Dass ausgerechnet die „Ihr Platz“- und Schlecker-XL-Filialen von der Zerschlagung ausgenommen
werden soll, hat seinen Hintergrund auch in der Tatsache, dass hier ein größerer Anteil der
Beschäftigten zu Niedriglöhnen und schlechteren Arbeitsbedingungen arbeiten. Das unterstreicht, dass
es mit der Insolvenz unter anderem darum ging, die bei Schlecker erkämpften Tarifrechte wieder zu
zerschlagen.
Das Beispiel Schlecker zeigt: auf die Spirale nach unten können sich die Beschäftigten keiner Branche
einlassen. Was wir brauchen, sind Arbeitsplätze, von deren Lohn wir leben können!
Die Münchner Montagsdemo gegen Hartz IV ist solidarisch mit euch und unterstützt euren Kampf um
eure Arbeitsplätze und um eure Rechte. Viele von euch haben große Angst, demnächst von Hartz IV
leben zu müssen.
Wir haben Vorschläge, um die es sich zu kämpfen lohnte: Zusammen mit Beschäftigten anderer
Drogeriemarktketten für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich dafür zu sorgen, dass
Arbeitsplätze nicht nur erhalten, sondern auch neue geschaffen werden.
Montäglich um 18.00 wird am offenen Mikrofon aktuell diskutiert, wie wir uns zusammenschließen
könnten, wie wir aktiv werden können für eine lebenswerte Zukunft!
Verabschiedet am 4.6.2012, einstimmig
Münchner Montagsdemo gegen Hartz IV
immer montags, 18.00 zur Zeit am Stachus

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