Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo: vielfältiger und konsequenter Widerstand am 11.11.17 in Bonn gegen Weltklimakonferenz

Am Weltklima-Aktionstag demonstrierte am 11.11. in Bonn gegen die Weltklimakonferenz ein Bündnis aus 21 Organisationen und Parteien. Zur Auftaktkundgebung um 12.30 Uhr am Münsterplatz in Bonn versammelten sich bereits über 1.500 Teilnehmer, im Laufe des Demonstrationszuges waren es gut 2.000 Menschen. Es gab Redebeiträge von Vertretern der teilnehmenden Organisationen, u.a. von Bonner Jugendorganisationen, der Umweltgewerkschaft, der Organisation „Ökologischer Wiederaufbau in Kobane/Rojava“, der MLPD und der Tierschutzpartei, Milchbauern, Umweltschützern aus Marokko und Peru. Auch Vertreter der Koordinierungsgruppe der Bundesweiten Montagsdemo hielten eine Rede. Ebenfalls gab es ein Kulturprogramm mit Bands und einer Folkloregruppe. Mit dabei waren, wir, die bundesweite Montagsdemobewegung, die ihre jährliche bundesweite Demo in Berlin nach Bonn verschoben hat und dort einen eigenen Block bildete. Unser Ziel dabei war es, deutlich zu machen, dass die soziale und ökologische Bewegung einen gemeinsamen Gegner hat und deshalb die unterschiedlichen Bewegungen noch mehr zusammenwachsen müssen. Das Bündnis in seiner Breite war genau nach unserem Geschmack.

In allen Redebeiträgen wurde klar, dass die Absichtserklärungen bei den jährlichen UN-Weltkonferenzen keine verbindlichen Ergebnisse brachten. Auch das Pariser Abkommen, auf das sich im Juli 2017 die G20-Staaten bezogen, ist eine Mogelpackung, denn aus dem letzten deutschen „Klimaschutzplan 2050“ wurden alle konkreten Ziele gestrichen. Die Bundesregierung steht stattdessen seit Jahren für die Interessen der Autokonzerne, die wissentlich unsere Luft verpesten und an ihren Verbrennungsmotoren festhalten wollen. Der Vertreter einer Organisation aus Marokko z.B. prangerte das umweltfeindliche Fracking an und schilderte, dass Gegner davon verfolgt und inhaftiert werden. Die Milchbauern informierten über die neue Gülleverordnung und die Dumpingpreise für Milch der Agrarindustrie. Eine artgerechte Tierhaltung (Freiland und genfreies Futter) wird für Milch- und Biobauern durch den Druck der Agrarkonzerne kaum noch möglich.

In unserem Redebeitrag, der von Ulrich Achenbach, Fred Schirrmacher und Ulja Serway vorgetragen wurde, heißt es unter anderem: „Wirksame Sofortmaßnahmen im Klimaschutz dulden keinen Tag Aufschub! … Menschen mit geringem Einkommen treffen die Folgen der Umweltkatastrophe als erstes und besonders hart. Sie verlieren oft alles. Die Rechnung für die Abgasskandale sollen die Autokäufer und wir Steuerzahler zahlen. Wir fordern die Beseitigung der Umweltschäden durch die Verursacher. Wir stehen für den Kampf um Arbeitsplätze, gegen Armut und für Umweltschutz! Warum soll das ein Widerspruch sein? Doch nur wenn der Profit im Mittelpunkt steht. Im Umweltschutz könnten Hundertausende Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Bundesregierung ist wesentlich mit verantwortlich, dass der CO2-Ausstoss auch in Deutschland sogar noch gestiegen ist. Sie deckt und schützt das Autokartell, das jahre- wenn nicht jahrzehntelang kriminelle Absprachen zur Manipulation der   Abgaswerte getroffen hat, spielt sich aber auf der ganzen Welt als Klimaschützer auf. Der Aufbau einer internationalen aktiven Widerstandsfront ist das Gebot der Stunde! Lasst uns heute dafür mit unserer kämpferischen und konsequenten Zukunftsdemonstration ein Zeichen setzen und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten zu dieser gemeinsamen Demonstration auch in Zukunft weiter fortsetzen.

Nach der Auftaktkundgebung formierte sich ein großer, bunter und lautstarker Demonstrationszug durch die Bonner Innenstadt, angeführt von einem Block der Jugend unter dem Motto: Unsere Umwelt, unsere Zukunft, unserer Widerstand. Weitere Blocks wurden von der Umweltgewerkschaft, vom Internationalistischen Bündnis und der Bundesweiten Montagsdemonstration organisiert – mit Lautsprecher und Offenem Mikrofon. Neben Parolen wurden auch zahlreiche kämpferische Lieder gesungen. Alles verlief friedlich und ohne Zwischenfälle.

Von allen Organisationen wurden die Verursacher der Umweltkatastrophe, nämlich die internationalen Konzerne, heftig angeprangert, wie z.B. der Abgasskandal. Der Widerstand gegen Profitwirtschaft und Umweltzerstörung war damit unüberhörbar und wird international weitergehen.

Wir laden alle beteiligten ein ihren Protest auf den örtlichen Montagsdemos fortzusetzen frei unserem Motto „Montag ist Widerstandstag!

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