Montagsdemo Bochum: Lebhafte Debatte um den Abgasskandal bei VW und dem Konflikt zwischen USA/Nordkorea

Aktionskreis Bochumer Montagsdemo

Lebhafte Debatte um den Abgasskandal bei VW und dem Konflikt zwischen USA/Nordkorea

Das Schwerpunktthema der gestrigen Montagsdemo war der Abgasskandal bei VW (und anderen Automobilkonzernen) sowie die wachsende Kriegsgefahr durch den Konflikt zwischen Trump und Kim (Nordkorea). Auf der gutbesuchten Kundgebung gab es zahlreiche Wortmeldungen.

„Die Manipulationssoftware für bessere Abgaswerte wurde nicht nur bei VW eingesetzt. Auch Porsche ist davon betroffen. Sogar das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg soll von dem Abgasskandal gewusst und Berichte geschönt haben (Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom 31.07.17)“, hieß es in einem Wortbeitrag. Ein Redner berichtete: „Nach einem Medienbericht soll das Kraftfahrtbundesamt (KBA) Berichte zum Dieselskandal verändert haben. Das KBA hat nach  einem Bericht der BILD-Zeitung schon seit längerem von Abgasmanipulationen bei Porsche gewusst und auf Betreiben der Autoindustrie Untersuchungsberichte zum Abgas-Skandal geschönt. Hier zeigt sich deutlich, wie staatliche Behörden und Automobilkonzerne Hand in Hand arbeiten“.

„VW ist international eines der größten Automobilkonzerne und ringt um Vorherrschaft unter den internationalen Monopolen. Eine große Konkurrenz sind die amerikanischen Automobilkonzerne. Da war es für die Regierung Trumps ein willkommener Anlass, wegen unzulässiger Abgaswerte in den USA bei dem Import der Autos von VW Bußgelder gegen den VW-Konzern zu erheben.  Dabei spielten Umweltaspekte überhaupt keine Rolle, es ging nur um den Schutz der Profite der amerikanischen Automobil-Hersteller. VW versucht im Gegenzug, diese Bußgelder in Deutschland gewinnmindert zu berücksichtigen“, meinte ein weiterer Redner.

„Besonders schlimm ist die in den Medien verbreitete These, es soll endlich Ruhe um die Abgasangelegenheit bei VW einkehren, um die Arbeitsplätze bei VW nicht zu gefährden. Diese Ansicht vertrat u.a. der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Osterloh, der von dem Abgasskandal bereits im März 2015 wusste, als Ferdinand Piech den Aufsichtsrat bei VW darüber informierte, dass es in den USA Probleme wegen der überhöhten Abgaswerte gegeben hat. Osterloh geht es nicht um die Belegschaft bei VW, sondern nur darum, Vertuschungsarbeit zu leisten“, sagte ein weiterer Redner.

Eine Rednerin äußerte sich: „Angeblich liegt es am Verbraucher, ob Dieselfahrzeuge gekauft und genutzt werden. Leider sind viele auf ein Auto angewiesen, um z.B. zur Arbeit zu kommen. Soweit es möglich ist, verzichte ich jedoch auf das Auto und benutze öffentliche Verkehrsmittel, jedoch ist der ÖPNV längst noch nicht ausreichend. Bus und Bahn müssen eine wirkliche Alternative zum Auto sein, dann würden diese Verkehrsmittel auch viel besser angenommen. Unabhängig davon ist der Elektroantrieb auf Grundlage der erneuerbaren Energien oder der Wasserstoffantrieb für Kraftfahrzeuge weiterzuentwickeln“.

Nach einem musikalischen Intermezzo wurde über die Kriegsgefahr aufgrund des Konflikts zwischen den USA und Nordkorea diskutiert. „Wenn Trump mit einem möglichen Militärschlag gegen Nordkorea droht, ist das glaubwürdig, obwohl viele meinen, das wäre nur Propaganda. Wenn im Gegenzug der Machthaber von Nordkorea verkündet, die Militärbasis der USA im Pazifik angreifen zu wollen, deutet alles auf einen neuen Krieg hin, der atomar geführt werden kann. Das könnte einen Weltenbrand auslösen und die atomare Verseuchung der gesamten Erde zur Folge haben“, argumentierte eine Rednerin.

„Wir können uns gegen einen möglichen neuen Krieg nur wehren, wenn wir international zusammenhalten“, ergänzte eine weitere Rednerin.

Alle Montagsdemonstranten hofften, dass sowohl Trump als auch Kim einsehen: Ein militärischer Schlag würde die gesamte Menschheit betreffen.

Mit der Abschlusshymne endete die Kundgebung. Bei der nächsten Montagsdemo geht es um den Antikriegstag am 01.09. Ebenfalls ist für den 01.09.17 selbst eine bündnisweite Demonstration geplant, woran die Bochumer Montagsdemo beteiligt ist.

Ulrich Achenbach
Moderator

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