Montagsdemo Bochum beschließt Solidaritätserklärung für Hausbesetzer

Montagsdemo beschließt Solidaritätserklärung für Hausbesetzer

Schwerpunktthema der vergangenen Montagsdemo war die Wohnungssituation in Bochum. Akzeptable Wohnungen sind für Menschen mit durchschnittlichem Einkommen kaum noch bezahlbar. Auf der gut besuchten Kundgebung am Husemannplatz entwickelte sich eine rege Diskussion.

„In Bochum werden zwar viele Wohnhäuser gebaut, jedoch handelt es sich überwiegend um teure Miet- und Eigentumswohnungen für Gutsituierte. Der soziale Wohnungsbau ist zum Erliegen gekommen“, leitete einer der Moderatoren die Debatte ein.

„Eine Bekannte mit Familie von mir sucht seit einem halben Jahr eine Wohnung“, meldete sich eine Rednerin, „sie hat zwar eine passende in Aussicht, jedoch stockt seit langer Zeit die Renovierung dieser Wohnung, so dass sie nicht aus ihrer zu kleinen jetzigen Wohnung ausziehen kann“.

Eine andere Rednerin sagte: „Den Wohnungsgesellschaften wie z.B. die deutsche Aninngton, geht es nur um Profite. Unrentable stark sanierungsbedürftige Wohnungen wurden an Privatpersonen verkauft, ein Großteil der ehemaligen Bergbauwohnungen wurde aufwändig saniert und die Mieten danach erheblich erhöht. Viele Mieter konnten die neuen Mieten nicht mehr finanzieren und mussten ausziehen – teilweise in Nachbarstädte wie z.B. Herne, wo das Mietpreisniveau niedriger ist. Damit wurden die Betroffenen aus ihrem sozialen Umfeld gerissen, die bisherigen nachbarschaftlichen Beziehungen gibt es nicht mehr und besonders für die Kinder ist es sehr schwer, weil der Kontakt zu ihren Freunden durch den Umzug abbrach“.

„Viele Behinderte oder auch Senioren sind auf barrierefreie Wohnungen angewiesen, z.B. Wohnanlagen mit Aufzug und ebenerdiger Dusche. Solche Unterkünfte sind jedoch unbezahlbar, bereits 50 qm kosten 650 Euro (Gesamtmiete) und mehr“, ergänzte ein Redner, „günstigere Wohnungen sind die Ausnahme. Die meisten betroffenen Menschen wohnen in absolut ungeeigneten Räumen und werden – sofern sie keine Angehörigen haben, die sich um sie kümmern – völlig hilflos“, ergänzte ein Redner.

„Im Gegensatz dazu stehen auch viele Wohnungen in Bochum leer. Die Eigentümer lassen sie jedoch verkommen, um sie als Abschreibungsprojekte zu nutzen“, hieß es in einer weiteren Wortmeldung.

Ein weiterer Redner sprach die sog. Mietpreisbremse an: „Auch durch Drosselung der Mieten hat sich die Situation der Mieter nicht entspannt, da es immer noch Schlupflöcher für eine Mietpreiserhöhung gibt“.

Einer der Moderatoren erwähnte die Hausbesetzung auf der Herner Str. und regte an, eine Solidaritätserklärung an die Hausbesetzer zu senden. Die Montagsdemonstranten stimmten zu.

Ebenfalls gab es Diskussionen zum bevorstehenden G-20-Gipfel in Hamburg. Einhellig wurde der Ausnahmezustand für den Tagungsort Hamburg verurteilt und dazu aufgerufen, an den Protesten gegen den G 20 – Gipfel teilzunehmen.
Eine Rednerin äußerte sich im Zusammmenhang mit der Wohnungsnot in Bochum: „Ein Hotel in Hamburg wurde extra für den Scheich aus Saudi-Arabien umgebaut, die Suiten optimiert. Dieser Scheich investierte dafür Millionen Euro, während große Teile des Volkes in Saudi-Arabien in großer Armut leben!“

Inzwischen soll dieser Herrscher von Saudi-Arabien seine Teilnahme am G 20 – Gipfel abgesagt haben.

Weiterhin fragte ein Redner nach den Zielen des G 20 – Gipfels. „Das ist nicht eindeutig klar. Es geht auf keinen Fall um den Klimaschutz und Weltfrieden, sondern nur um die Koordination der Herrschaft der mächtigen Staaten für ihre eigenen Zwecke, z.B. um Kriegsführungen und die Ausbeutung von Rohstoffen“, äußerte sich der zweite Moderator.

Die Diskussion endete nach gut eineinhalb Stunden. Als Thema für die nächste Montagsdemo in 14 Tagen wurde die Auswertung des G 20 – Gipfels beschlossen.

Ulrich Achenbach
Moderator

P.S.: Für die Fahrt zur Herbstdemo nach Berlin am 07.10.17 sind noch Plätze frei. Bitte rechtzeitig reservieren unter achenbach_ulrich@freenet.de. Der Fahrpreis beträgt 32,00 Euro, Menschen mit geringem Einkommen wie z.B. Hartz IV – Bezieher oder Empfänger der Grundsicherung, zahlen 10,00 Euro.

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