Montagsdemo Saarbrücken: stolz darauf, mehr als ein Jahrzehnt drangeblieben zu sein am Kampf gegen die Hartz-Gesetze

Pressemeldung zur 433. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze

Die heutige Montagsdemo stand im Zeichen dieser ganzen kämpferischen Woche:

stolz darauf, mehr als ein Jahrzehnt drangeblieben zu sein am Kampf gegen die Hartz-Gesetze, brauchen Montagsdemonstrierer nicht über die eine oder andere Ungerechtigkeit an diesen Gesetzen räsonnieren wie es Martin Schulz derzeit tut – die Gegner der Hartz-Gesetze treten wieder viel selbstbewusster und kenntnsreich auf, das merkt man.

Am kommenden Mittwoch dann die gemeinsame Aktion von 16 Frauenorganisationen zum internationalen Frauentag zeitgleich mit der erwarteten Großdemo unter dem Motto „Aufsteh’n für die Pflege!“

Und am Wochenende ab Samstag 8:00 Blockade gegen den NPD-Parteitag im Schloss sowie Teilnahme an der Demonstration „Liebe statt Hetze“ ab 13:00, vom Tbilisser Platz aus.

Und zugleich fahren viele Umweltschützer nach Strassburg ebenfalls am Samstag, den 11.03., um den Jahrestag von Fukushima als Mahnung für den Widerstand zu nehmen.

Angesichts der bevorstehenden Wahlen reichte das Spektrum am offenen Mikro von der Empfehlung, ungültig zu wählen aus Gründen eines fehlenden wirklich linken Gegenpols zum Rechtsruck der großen Koalition bis zur Empfehlung „Keine Stimme den Hartz-Parteien“. Aber auch, dem Motto des Frauentags entsprechend: „Frau hat die Wahl, ja, wir können und müssen in dieser polarisierten Situation eine Wahl treffen – nämlich die, nicht mehr stillzuhalten in unserer Frauenrolle, sondern zu kämpfen, – und das mit allen Veränderungen, die das in unseren Alltag bringt. Gemeinsam ist Frau stark – und die meisten Männer finden das auch gut und helfen mit.“

Eine Umfrage zum internationalen Frauentag ergab wirklich eine Fülle von konkreten Antworten am offenen Mikro, die können hier gar nicht alle wiedergegeben werden!

Ein Passant, der die Montagsdemo bis heute nicht kannte, empfand es dann auch nicht als Gegensatz, sondern als Teil dieser kämpferischen Richtung, als er vorschlug, man müsse auch mal einen „internationalen Menschentag“ durchsetzen – so unerträglich, wie Mensch als Humankapital behandelt würde auf der Welt, müsse dem kapitalistischen Umgang mit allem und jedem ebenso der Kampf angesagt werden.

Er bekam viel Applaus.

Es wurden dann noch zwei Delegierte, Rita und Sabine, gewählt, die von der Saarbrücker Montagsdemo zur Versammlung der bundesweiten Montagsdemo-Bewegung in Kassel gesandt werden – am 18.03. ist es wieder soweit.

Natürlich erklärte sich die Montagsdemo solidarisch mit all den inhaftierten oppositionellen JournalistInnen und mit ihnen Deniz Yücel in der Türkei. Zugleich wurde aber auch kritisiert, dass in der BRD selbst derzeit eine ganze Reihe von Prozessen gegen Persönlichkeiten aus verschiedenen oppositionellen Migrantenorganisationen geführt werden. Besonders das Urteil „3 Jahre und 3 Monate Haft“ für Frau Latife Cenan-Adigüzel, das im Namen des § 129a/b am 16.02. gefällt worden sei ohne den Vorwurf einer einzigen konkreten Straftat, empörte eine Frau sehr: „Das sehen wir doch bei Erdogan, dass der jede Opposition für terroristisch erklärt und die Leute ins Gefängnis wirft – warum tun es deutsche Gerichte ihm nach, was sagt den Politik dazu?“

Die nächste Montagsdemo ist dann am 03.April – um 18:00 geht’s los bei der Europa-Galerie.

s. fricker                                                                                                         www.montagsdemo-saar.de

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