Montagsdemo Jena: Ort des Austausches bis zuletzt

Zwei Artikel in der Ostthüringer Zeitung berichten über die Montagsdemo Jena und die vorläufige Einstellung.
Das war‘s dann mit der Jenaer Montagsdemo: Zur vorläufig letzten Kundgebung kamen etwa 20 Menschen, die der Langzeitveranstaltung bis zuletzt die Treue hielten. Das ursprüngliche Ziel, die Abschaffung des Hartz-IV-Gesetzes, wurde nicht erreicht, aber als Ort des Austausches war die Veranstaltung bis zuletzt wertvoll.

Ein prominenter Bürger dieser Stadt war auch da: Ralf Tänzer, langjähriger Gewerkschafter und zuletzt als Stadtrat aktiv. Zum Glück muss man sagen, denn der 75-Jährige verstand es als Gast, Worte des Dankes zu finden und an das soziale Gewissen Jenas zu appellieren. Freilich muss man die Forderungen der Montagsdemo nicht teilen. Doch richtig ist, dass eben nicht alle Bürger an dem Aufschwung teilhaben können, den Jena erlebt. Es gibt viele Jenaer, die trotz Job zum Amt gehen und mit Hartz- IV aufstocken müssen. Das ist unsozial.

Am letzten Tag spielte das Wetter den Teilnehmern übel mit. Wegen Blitzeises und glatter Straßen kam die Technik nicht zum Holzmarkt. Es ging auch ohne Mikro, und das Verlängerungskabel zur Steckdose im Asienladen „Monsun“ blieb in der Kiste. Es stimmt: Der „Monsun“ als Stromspender hatte die Montagsdemo über Jahre elektrisiert.

Thomas Beier / 31.01.17

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