Info-Brief der
Montagsdemonstration Essen
Die Essener Montagsdemonstration ist eine demokratische Bürgerbewegung, die sich v.a. gegen die Hartz IV-Gesetze wendet. Seit dem 9. August 2004 protestieren wir jeden Montag um 18 Uhr in der Essener Innenstadt: Wir sind das Volk!
Wir können es besser! Wir nehmen unser Leben selber in die Hand!
„Es wird hier greifbar, dass sich die Arbeiter weltweit immer mehr in ihren Kämpfen gegenseitig unterstützen!“
So äußerte sich ein Montagsdemonstrant bei der Kundgebung der 385. Montagsdemonstration, die über 50 Teilnehmer anzog. Als einer der derzeit bedeutendsten Arbeiterkämpfe wurde von einer Solidaritätsveranstaltung mit einer Delegation griechischer Stahlarbeiter, die seit über 200 Tagen im Streik stehen, berichtet. Dieser richtet sich ausdrücklich gegen das EU-Diktat des rigorosen ‚Sparkurses’ auf dem Rücken der Bevölkerung und richtet den Blick auf grundlegende gesellschaftliche Veränderungen. Montagsdemonstranten hatten schon früh morgens die Opel-Kollegen in Bochum unterstützt. Die angeblich ‚öffentliche Betriebsversammlung’ durfte nur Hannelore Kraft besuchen, die die Kollegen auf Ende Juni vertröstete, die Entscheidung von GM abzuwarten. Am offenen Mikrofon vor dem Saal fanden heftige Diskussionen statt.
Auf der Montagsdemonstration war auch Nicole Semek, die von der Stadt Essen nach Kamerun abgeschoben werden soll, nachdem sie vor ihrem deutschen Mann floh, der sie zur Prostitution zwingen wollte. Eine Delegation der Montagsdemonstration unterstützt sich bei der Protestkundgebung vor dem Ausländeramt am 22.5. „Die reaktionären Ausländergesetze und Asylgesetze müssen abgeschafft werden. Vor allem die Frauen werden unterdrückt, die kein eigenständiges Bleiberecht haben“, forderten Frauen vom Frauenverband Courage. Der Wunsch nimmt zu, weltweite Solidarität und Unterstützung zu organisieren, wurde festgestellt. Und – „Europa ist im Aufbruch“, war das Resümee eines Teilnehmers. Der offensive Geist, der sich auf der Montagsdemonstration zeigte, fand sich auch in der Einladung zur Kundgebung mit offenem Mikrofon am 24.5. für die Umbenennung der Brücke auf der Rüttenscheider Straße in Philipp-Müller-Brücke zum Gedenken an den vor 60 Jahre von der Polizei erschossenen jungen Antimilitaristen und Kommunisten. Sie beginnt um 15.30 Uhr. Um 16.15 Uhr besteht die Möglichkeit, die Sitzung der Bezirksvertretung in Bergerhausen zu besuchen, die den Antrag von DieLinke, SPD und Grüne behandelt.
Am 4. Juni wird ein Schwerpunktthema der 386. Essener Montagsdemonstration sein: „Wir fordern gleiche Rechte für alle in Deutschland lebenden Menschen!“
