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Pressemeldung zur 373. Saarbrücker Montagsdemo gegen Hartz IV am 04.06.2012

Ein paar Montagsdemonstrierer waren’s heute nur. Dennoch, das offene Mikro erwies sich einmal mehr als brauchbares Instrument, neue und interessante Dinge zu erfahren und zu klären.

Der Streik der Bergleute in Spanien – hierzulande totgeschwiegen – wurde bekannt gemacht. Ihre Arbeitsplätze sollen der Finanzkrise geopfert werden, wogegen sich breiter Widerstand entfaltet hat. Natürlich wurden Parallelen gezogen zur angekündigten Schließung des Bergbaus im Saarland zum 30.Juni und die Kampagne des SR zur Erhaltung aller Geschichten aus dem Bergmannsleben wurde ironisch kommentiert: „Erhalten werden sollten lieber die Arbeitsplätze!“

Dann die Lage der Beschäftigten bei Schlecker, die Redner zum Thema waren wirklich empört. 40 Millionen bleiben bei der Familie Schlecker, die angeblich bettelarm geworden ist. „Wie ist es denn mit dem Eigentum, das dem Grundgesetz nach angeblich verpflichtet? Die Beschäftigten in den einzelnen Filialen sind untereinander noch zu schlecht organisiert, das Ganze ist ein Vorgeschmack darauf, wie es mit uns weitergehen wird, lasst uns daraus lernen, lasst uns hoffen, dass der Ausverkauf nicht ohne Widerstand gegen diese unglaublichen Massenentlassungen über die Bühne geht“.

„Ja, Eigentum verpflichtet, je nachdem wie man es nimmt“, sagte eine Frau. Unsere Mitstreiterin, eine Französin, Hartz-IV-Betroffene, muss neuerdings monatlich 85.- € für die Heimunterbringung ihrer alten Mutter beisteuern, welche in der Nähe von Straßburg lebt. Dieses Geld geht dann ab von den 374.- €. Nach geltendem Recht ist sie dazu in der Tat verpflichtet, so sieht es aus.“

Ein sehr interessanter Beitrag befasste sich mit einer ganz anderen Sache, es ging um die Organspenden. Neuerdings werden alle Erwachsenen von den Krankenkassen dazu angefragt. Entgegen der landläufigen Ansicht, dass ein Jeder gut daran tut, einen solchen Spender-Ausweis mit sich zu tragen, kamen kritische Argumente: „Es gibt einige Argumente für diese Organspenden. Aber ich möchte anmerken, dass es sich eigentlich nicht um eine Spende handelt, sondern, dass mit diesen Organspenden eine Menge Geld verdient – und eingespart – wird, dass die Ärzte nach dem Umsatz aus jener Stiftung bezahlt werden, die die Organspenden organisiert und verwaltet, dass der Hirntod nicht den Tod bedeutet, dass einem Toten überhaupt keine Organe mehr entnommen werden können, usw. Vor allem: dass den Verantwortlichen für ein Gesundheitswesen, welches derart miserabel funktioniert in den letzten Jahren, einfach nicht blind vertraut werden sollte, ausgerechnet in diesem Zusammenhang im Interesse der Menschen zu handeln“.

Natürlich wurde auch zum Fest am kommenden Samstag eingeladen. Unter dem Motto „Her mit dem ganzen Leben!“ feiert die Montagsdemo zusammen mit vielen anderen Gruppen, Parteien und Initiativen auf dem Pariser Platz in Malstatt ab 15h ihr fast 8-jähriges Bestehen. Alle Leser sind hiermit noch einmal herzlich eingeladen!

Die nächste Montagsdemo ist dann am 11. Juni, 18h bei der Europa-Galerie.

S. Fricker
www.montagsdemo-saar.de

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