Etwas besorgt, ob wir nach dem wunderschönen und anstrengenden Geburtstagsfest der Montagsdemo vom vergangenen Samstag heute überhaupt eine Montagsdemo auf die Beine stellen könnten, zog eine kleine Truppe um 18h bei der Europa-Galerie los.
Aber die Passanten wollten ihre Meinung kundtun vor allem zur Entwicklung in Spanien und ein Trommler kam auch dazu – das motivierte uns alle und so kam ein interessantes offenes Mikro zustande.
Die Frage nach den Ursachen der Finanz-und Schuldenkrise, wie man sich dazu verhalten soll und die Frage nach der Zukunft treibt die Leute sehr um. Ein Redner meinte, die das Ganze sei ein „strukturelles Problem, weil ein konservatives Kartell jede neue Idee, auch die Förderung von jungen Unternehmen“ blockiere.
Eine Frau sagte: „Wer soll denn noch die Banken retten und wie sollen wir das denn tun, wo sie es doch waren, die uns das alles eingebrockt haben? Wir können uns nicht den Kopf der Banken zerbrechen.“
Ein Mann kam daher und sagte ziemlich hochnäsig, er habe nicht den Eindruck, dass die RednerInnen Bankenfachleute wären, und wer denn die Montagsdemo überhaupt sei. Ihm wurde entgegnet, dass die „kompetenten Bankenfachleute“ es immerhin geschafft hätten, nicht nur Europa an den Rand des Abgrunds zu manövrieren. Dass die Montagsdemonstrierer gut Bescheid wüssten über ihre Haushaltskasse, über die Preise beim ALDI, – und dass eine Überakkumulation von Kapital dazu führe, dass dieses für die Riesenmonopole nicht maximalprofitbringend verwertet werden könne.
Wieder ein anderer stellte den europäischen Zusammenschluss der einzelnen Länder generell in Frage, es solle doch jedes Land für sich alleine sehen, wie es klarkommt. Dagegen hielt ein Beitrag, der den Zusammenschluss der kleinen Leute forderte und aufzeigte, wie wichtig zum Beispiel die Zusammenarbeit der deutschen und spanischen Bergleute ist: „In beiden Ländern wird ihnen das Fell über die Ohren gezogen, aber hierzulande hört man keinen Ton davon, dass in Spanien 8000 Bergleute in Asturien die Autobahnen blockieren, einen Untertagestreik seit 12 Tagen durchhalten und mutig kämpfen“.
Schließlich sagte noch Einer: „Banken retten? Wozu? Wozu braucht man überhaupt Banken? Wir brauchen Kleider und Wohnung, Kultur, Bildung und eine gesunde Umwelt – aber Banken? Na ja, vielleicht eine Sparkasse, wo man ein Erspartes hintun kann – aber mächhtige Konzerne, die mit Geld spielen?
Im Anschluss an die Montagsdemo heute berieten sich die Teilnehmer über eine mögliche Änderung des Turnus der Montagsdemo im Cafe Jederman. Nächste Woche wird darüber abgestimmt.
Also: Kommt zur 375. am kommenden Montag, den 18.06. – 18h bei der Europa-Galerie.
S. Fricker
www.montagsdemo-saar.de
