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18.06.2012 Bochum

Bündnisweite Großaktion für die Opel-Belegschaft geplant

Die gut besuchte Montagsdemo begann mit einer halbstündigen Verspätung: Die Lautsprecheranlage wurde vergessen und nachträglich gebracht. Danach entwickelte sich schnell eine lebhafte und längere Debatte zum TOP-Thema Opel.

Eine Montagsdemonstrantin aus Gelsenkirchen und ein Montagsdemonstrant aus Hattingen waren zu Gast und sind als Delegierte nach England zum Werk Ellesmere Port geflogen.

„Nach einer etwas umständlichen Anreise erreichte ich das Werk Ellesmere Port und begann vor dem Werkstor Flugblätter zu verteilen. Zunächst versuchte die Security mich daran zu hindern, doch das ignorierte ich. Ich konnte auch immer mehr Beschäftigte erreichen und gab jedem gleich mehrere Flyer zum Verteilen im Werk. Obwohl zwei Funktionäre des Opel-Werks die Belegschaft und mich einschüchtern wollten, kam ich ins Gespräch mit mehreren Arbeitern. Ebenfalls gab es eine Diskussion mit vielen Bewohnern des Städtchen Chester, die sich mit den Opelanern solidarisierten“, berichtete die Gelsenkirchenerin.

„Es hat eine Vernetzung zwischen Ellesmere Port und dem Werk Bochum (Bündnis Offensiv) gegeben“, ergänzte der Montagsdemonstrant aus Hattingen. Er schilderte auch die örtlichen Gegebenheiten in Ellesmere Port. „Das Opel-Werk liegt ähnlich wie in Bochum an einer Autobahn und die Zufahrt zum Werk ist ebenfalls ein Kreisverkehr. Besonders gewöhnungsbedürftig ist der Linksverkehr in England. Ich musste in ein 13stöckiges Parkhaus ein- und ausfahren und das immer auf der linken Seite. Bald wäre ich zum Geisterfahrer geworden“.

Die Bochumer Montagsdemo bedankte sich bei den zwei Gästen mit einem Blumenstrauß und einer Flasche Wein. Außerdem wurde für die Auslagen (Fahrkosten) dieser Delegierten gesammelt, es kamen gut 57 Euro zusammen.

Danach gab es mehrere Redebeiträge am offenem Mikrofon über den Ablauf der Opel-Betriebsversammlung am letzten Samstag im Ruhrkongress. „Vor dem Ruhrkongress versammelten sich mehrere Sympathisanten der Opel-Beschäftigten, u.a. auch viele Frauen. Einigen gelang es sogar, zu der Betriebsversammlung zu kommen und sogar eine Rede zu halten. Ein Vertrauensmann von Opel wies auf eine Niederlage der GM-Geschäftsführung hin: „Ursprünglich sollte verkündet werden, dass das Bochumer Opelwerk 2015 schließt. Durch den Druck der Belegschaft und die zunehmende Kampfbereitschaft erklärte GM eine „Bestandsgarantie“ bis Ende 2016″. „Als der Opel-Geschäftsführer Stracke keine Auskunft über die Zukunft des Opelwerks nach 2016 gab, verließen die meisten Beschäftigten die Betriebsversammlung, so dass sie abgebrochen wurde“, lautete eine Wortmeldung.

Obwohl am kommenden Dienstag eine Solidaritätsveranstaltung für die Opelaner am Schauspielhaus Bochum stattfindet, war nach einhelliger Meinung der Montagsdemo klar: Am Tag der Aufsichtsratssitzung von Opel am 28.6.12 soll es eine bündnisweite Großaktion in Bochum geben. Deshalb wurde mehrheitlich beschlossen, zur Gründung eines Bündnisses mit Parteien, Verbänden, Vereinen, OberbürgermeisterInnen und allen Interessierten aufzurufen.

Mit der Abschlusshymne – dieses Mal wieder mit Begleitung durch den Gitarristen – endete die Kundgebung. Am nächsten Montag wird das Thema Opel fortgesetzt.

Die Moderatoren
Ulrich Achenbach
Paul Fröhlich

Der Aufruf:

Bochumer Montagsdemo

An den Rat der Stadt Bochum und alle Ratsparteien ,an alle demokratischen Parteien, Verbände, Vereine, Gewerkschaften und Betriebsräte in Bochum an die Oberbürgermeister Bochum, Herne, Dortmund, Hattingen, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Witten, an die Öffentlichkeit im Revier

– 18. Juni 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Bochumer Montagsdemo ist eine unabhängige Bewegung gegen die unsoziale Politik der Bundesregierung und gegen Hartz IV. Sie besteht seit dem 16.8.2004. Mehrere Organisationen wie Erwerbslose, Parteien und auch Einzelpersonen kämpfen Montag für Montag gegen den Sozialabbau und Hartz IV, aber auch andere brisante Themen wie Arbeitsplatzvernichtung, Mindestlohn, Umweltschutz, Atomkraft oder die aktuelle Entwicklung in verschiedenen Staaten, z.B. Syrien, stehen auf unserer Agenda. Montagsdemonstrationen finden nicht nur in Bochum, sondern in fast 100 Städten der Bundesrepublik statt.

Wir unterstützen selbstverständlich den Kampf der Opel-Belegschaft um ihre Arbeitsplätze.

„Das Revier macht mobil für Solidarität!“ – Für einen Aktionstag Opel am 28. Juni 2012

Auf der zusätzlichen Betriebsversammlung bei Opel Bochum am 21. Mai hatte Opel-Chef K.F. Stracke eine Entscheidung über die Zukunft der europäischen Werke angekündigt. Sie soll am 28. Juni im Aufsichtsrat von Opel bekannt gegeben werden. Mit der Ankündigung, die kommende Astra-Generation in England und Polen zu bauen, ist die Schließung des Bochumer Werks und der Verlust von 45.000 Arbeitsplätzen zu befürchten. Die breite Öffentlichkeit, Parteien und Verbände, der Bochumer Stadtrat, die Oberbürgermeister von 7 Revierstädten und die Opel-Belegschaften haben deutlich gemacht, dass eine Schließung nicht akzeptiert wird. Was auch immer am 28. Juni beschlossen oder verkündet wird: es ist Zeit ein Zeichen zu setzen gemeinsam von Öffentlichkeit und Belegschaft!

Wir schlagen vor, den 28. Juni zum Tag der Solidarität im Kampf um jeden Arbeitsplatz zu machen. Dieser Tag bietet sich auch deshalb an, weil gleichzeitig die Beschäftigten der französischen PSA-Werke, die ebenfalls betroffen sind, einen Aktionstag gegen geplante Werksschließungen durchführen. Wir können uns vorstellen, dass es ein Aktionstag des ganzen Ruhrgebiets wird, das im Verlauf der letzten Jahrzehnte immer wieder geblutet hat (Zechen, Nokia, Henrichshütte). Die Belegschaft steht vor einem neuen 2004 – Stärken wir ihr den Rücken!

Unsere gemeinsamen Forderungen sollten sein:

• Keine Werksschließung in Bochum oder anderen Städten und Regionen!

• Kampf um jeden Arbeitsplatz im Interesse der Jugend!

• Wir sind eine Belegschaft – Schluss mit Spaltung und Erpressung!

• Einhaltung der Tarifverträge gegen Niedriglöhne und Armut! Keine Verzicht mehr!

• Auszahlung von Tariferhöhungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld!

• Für ein Streikrecht, das diesen Namen auch verdient: vollständig, allseitig und
gesetzlich!

Zur Vorbereitung dieses Aktionstags schlagen wir allen vor, ein breites überparteiliches Bündnis zu schließen. Im Interesse der Arbeitsplätze und der Zukunft unserer Region sollten wir gemeinsam und demokratisch über den Aktionstag, seine Durchführung, Kundgebung, Reden und Demonstrationen beraten und entscheiden.

Wir laden ein zu einem Vorbereitungstreffen am 25.6.2012 um 19h in das Lokal „Kebap Cityhaus“, Bongardstr. 6, 44787 Bochum.

Mehrheitlich beschlossen auf der Montagsdemo Bochum am 18.6.2012.

Mit solidarischen Grüßen

Montagsdemonstration Bochum

i.A.

Sprecher und Moderator
Ulrich Achenbach
Alte Wittener Str. 31
44803 Bochum

Telefon 0234 36 10 94

E-Mail: Achenbach_Ulrich@freenet.de

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