Wir sind Trägerorganisation des:

18.06.2012 Görlitz

Hallo Mitbürger und Mitstreiter!
Werte Medien!

„Wo ist der Mut von damals?“
lautete unser Motto, bei unserer 379.,
mit am Ende 22 Demonstranten, darunter 3 Reportern des MDR.
Wir gedachten des Mutes, beim Volksaufstand 1953, in der DDR.

Die Frage nach den Mut, sowie der Wut lässt sich jeden Montag in Görlitz neu
stellen.
Denn was man während der Demo zu sehen und hören bekommt,
spiegelt den bedenklichen Zustand von Görlitz wieder…

Wie tief kann man sinken,

wenn man nur noch berauscht den Tag meistern kann,
dies gilt für junge und alte Menschen,
sowie für polnische und deutsche Mitbürger…

Jeder Tag ist kostbare Lebenszeit, welche vergeht.
Diese sollte  sinnvoll gefüllt und kreativ gelebt werden…

Auch Du bist wertvoll und einmalig,
lass nicht zu das Du kaputt gehst!

Nächsten Mo 25.6.12 lautet unser Motto:
„Fußball-FIEBER -Achtung!!! Ablenkungsgefahr!“

Wir sehen uns!

Komm mit uns auf die Straße!
Dies haben wir und unsere Familien und Kinder verdient!

Bei Dir gibt es bestimmt eine Montagsdemo!
Schau doch mal nach!

http://www.bundesweite-montagsdemo.com .

Alles rund um unsere „Görlitzer Montagsdemo- Die Originale!“ gibt es
unter:  http://goerlitzer-montagsdemo.de .

Hier die Homepage des „Sozialbündnisses des Landkreis Görlitz“:
http://www.sozialbündnis-landkreis-görlitz.de
.
Mit freundlichen Grüßen die Vorbereitungsgruppe der Görlitzer Montagsdemo,
„Die Originale!“

Nr. 379 am 18. Juni  2012, Thema: „Wo ist der Mut von damals?“

Gestern war ein denkwürdiger Tag! Am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zu
einer Welle von Streiks, Demonstrationen und Protesten. Dieser Tag ging als
Volksaufstand oder Arbeiteraufstand in die Geschichte ein. Man forderte von
der damaligen Staatsmacht, sich endlich den Bedürfnissen der Arbeiterklasse
anzupassen und ihre Ignoranz abzulegen. Somit hatte dieser Aufstand deutlich
sozialen Ursprung. Mit Mut und Zivilcourage wehrten sich tausende mit
friedlichen Mitteln. Sie forderten schon damals die Wahrnehmung
demokratischer Rechte und wollten Verbesserungen von Arbeits- u.
Lebensbedingungen. Unter der damaligen Misswirtschaft waren die Ärmsten der
Gesellschaft, die Sozialhilfeempfänger, die Arbeitslosen und die Rentner
besonders betroffen. „Arbeitsfähige Sozialfürsorge-Unterstützungsempfänger
wollen ihren Unterhalt selbst verdienen. Abgesehen davon, dass sich viele
Menschen lieber mit der eigenen Hände Arbeit ernährt hätten, wenn sie dazu
gesundheitlich in der Lage gewesen wären, gab es selbst für jene, die noch
einigermaßen arbeitsfähig waren, kaum bezahlte Arbeit!“  (Quelle Buch: Der
17. Juni 1953 in Görlitz) Damals wie heute haben Sozialämter immer weniger
zum Verteilen. Gekürzte Sozialhilfen reichten zu keinem würdigen Leben!
Unsere heutige Kritik am Lohnsystem, der Sparkurs, Streichungen von
Beihilfen, Lohneinbußen oder Reallohnsenkungen sind also nicht neu. Heute
muss  jeder 4. „Geringverdiener“ im Vollzeitjob mindestens 50 Wochenstunden
arbeiten (DIW), um seine Existenz zu sichern! Es haben sich nur die Worte
verändert. Anstelle von Staatssicherheit gibt es den Verfassungsschutz!
Anstelle der Verkündung der sozialistischen Umgestaltung, haben wir
kapitalistische Reformen! Anstelle erhöhter Normen und Einkommenssteuern
hatten wir Mehrwertsteuererhöhung! Anstelle Schädlingsarbeit und Saboteuren
gibt es heute kriminelle Spekulanten! An der gestrigen Kranzniederlegung um
11.30 Uhr am Görlitzer Postplatz nahmen 4 Teilnehmer unserer „Görlitzer
Montagsdemo“ teil und legten zu Ehren der Opfer des 17. Juni 1953, ein
Gebinde mit der Aufschrift „Respekt vor eurem Mut“ nieder!

Heute 2012, also 59 Jahre später lohnt es sich wieder auf die Straße zu
gehen. Was wir derzeit erleben nennt sich „Divide et impera!“ Also Teile und
herrsche! Im Großen wie im Kleinen werden wir jede Woche ein Stück weiter in
diese Situation hineingetrieben. Die geschönten Statistiken zur
Arbeitslosigkeit und die manipulierte Berichterstattung darüber, dazu die
Propaganda es fehle an Fachkräften und die heuchlerische Klage darüber, ein
Großteil der Jugendlichen käme nicht berufstauglich aus den Schulen, zeigt
uns, wo die wahren Schuldigen sitzen. Aufgemachte Berichte über
Sozialschmarotzer, garniert mit zündenden Worten, wie: „Wer nicht arbeitet,
soll auch nicht essen“, denen gegenübergestellt der Reichtum und Luxus
derjenigen, die sich als wahre Leistungsträger und Eliten feiern lassen.
Alles hat nur eines zum Ziel, dem Sprichwort: „Jeder ist seines Glückes
Schmied“, jenen fatalen Sinn zu geben, dass man zum stetigen Kampf, jeder
gegen jeden, harmlos „Wettbewerb“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ genannt,
aufgerufen wird, weil es schon immer ein Genuss war, den Gladiatoren in der
Arena zuzusehen, wie sie sich gegenseitig auf möglichst spektakuläre Weise
umbringen. Das Volk wird von Bild, BamS und Glotze mit Stimmungen gefüttert,
die anschließend von Meinungsforschern wieder als Volkes Meinung abgefragt
und in legitimierte Politik umgesetzt werden. Dies ist das Ideal jedes
Herrschenden, das gibt ihm die Freiheit, seine eigenen Vorstellungen
auszuleben, das ist ein Zustand, der – einmal erreicht – nie wieder anders
werden darf. Und je weniger die Menschen wagen, sich öffentlich zu äußern,
sich zurückziehen in ihre Häuser und Freundeskreise, desto größer wird die
Angst, da könne sich irgendwo etwas Bedrohliches zusammenbrauen. Umso
rücksichtsloser und totaler wird der Überwachungsstaat ausgebaut. Irgendwann
erscheint dann selbst die hochgerüstete Polizei als nicht mehr ausreichend.
Richtige Soldaten müssen her, die auf alles schießen, was sich aus den
Löchern wagt. So hat man Aufstände noch immer niedergehalten. Die
Geschichtsbücher sind voll davon. Wird es also einen Aufstand, eine
Erhebung, einen Umsturz, eine Revolution geben, in Deutschland?
Wahrscheinlich nicht, es sei denn es ist alles zu spät. Den Wandel, der sich
in unserer Gesellschaft seit 30 Jahren mit wachsendem Tempo vollzieht,
spüren die Arbeitslosen, die Hilfeempfänger und die Altersarmen am eigenen
Leibe. Sie sind alle viel zu viel mit dem eigenen Überleben beschäftigt,
stehen unter der Totalkontrolle der Argen und Job-Center, dürfen sich von
ihrem Wohnort nur mit Erlaubnis entfernen, weil sich ihr Fallmanager sonst
um ihr Wohlergehen und ihre Arbeitsbereitschaft sorgen müsste und so
überlegen sie sich dreimal, wofür sie die Almosen ausgeben, die man ihnen
zubilligt, und gehen dann kilometerweit von Sonderangebot zu Sonderangebot,
bis zum Ende des Geldes. Da bleibt für alles, was man bräuchte, um sich zu
organisieren, nichts übrig, nicht einmal Zeit. Wer also erwartet, es käme zu
einem Aufstand der ausgemusterten Sklaven, der wird lange warten können. Und
der große Rest? Sehen wir uns doch um. Der große Rest ist entweder damit
beschäftigt, im „Wettbewerb“ – jeder gegen jeden – das eigene Abrutschen so
lange wie möglich hinauszuzögern, oder damit, sich im Lichte des eigenen
Wohlstands zu sonnen und sich, ganz im Sinne der Propaganda, für gut, für
sehr gut, für besser, für den schönsten aller Eliten zu halten. Was da
aufkeimt, wird totgeschwiegen, durch massenhafte Propaganda schlicht
niedergedrückt, der öffentlichen Wahrnehmung entzogen, zur Not lächerlich
gemacht. Es ist so einfach ein Volk zu manipulieren. Das geht ganz fix.
Quelle in Teilen aus:
http://www.egon-w-kreutzer.de/0PaD%20der%20Aktuelle/Paukenschlag%20am%20Donn

erstag.html

Schaut ruhig weiter Fußball-EM und danach Olympiade!!!

Brecht verarbeitete damals die Ereignisse des 17. Juni in seinem Gedicht
„Die Lösung“ mit dem berühmten Schlusssatz:
„Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und
wählte ein anderes?“   Danke

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