Viele Montagsdemonstrationen standen am 6. August im Zeichen des Jahrestages des verheerenden US-Atombombenabwurf über Hiroshima vor 67 Jahren. Wie in Bochum und in Hamburg wurde das vielerorts verbunden mit dem Aufruf für das Verbot und die Vernichtung aller ABC-Waffen und für die Unterschriftkampagne von ICOR und ILPS für die Stilllegung aller Atomanlagen.
In Stuttgart fordern die Montagsdemonstranten die Streichung des Versammlungsgesetzes Baden-Württemberg »Es kann ja wohl nicht sein«, heißt es in ihrem Bericht, »dass wir unser gesamtes Geld, das wir für Plakate, Flyer, Transparente usw. brauchen, für Gerichtskosten draufgehen oder von der Stuttgarter Polizei beschlagnahmt werden.« Mehr dazu unter:
http://www.rf-news.de/2012/kw31/verfallsverfahren-gegen-anmelderin-der-stuttgarter-montagsdemo/
Zum Thema »Hinter verschlossenen Türen…!?« machten sich die 22 Teilnehmer der 386. Görlitzer Montagsdemo »Die Originalen!« ihre Gedanken zur Demokratie in unserem Lande. Demokratie heiße schließlich, »mit und für das Volk zu regieren«. Da die Verhältnisse aber nicht so seien hätten wir allen Grund montags weiterzumachen.
Was den angeblich so »boomenden Arbeitsmarkt« in Deutschland betrifft, machten Montagsdemonstranten in Zeitz eine etwas andere »Erfolgsstory« auf: Weitere 2.000 Entlassungen bei RWE; 11.600 Lehrer sollen in Baden-Württemberg entlassen werden; Karstadt will 2.000 Stellen streichen; der Düsseldorfer Versicherer ERGO streicht 1.350 Arbeitsplätze; nach Schlecker ist nun Neckermann pleite. Und weiter hieß es: »Man muss kein Prophet sein: Der Pleitegeier wird noch weitere Konzerne und Unternehmen erwischen. Marktwirtschaft ist eben so .… Und dagegen sollten wir etwa nicht angehen? Unser Motiv deshalb: Nun erst recht!«
»Die Eurokrise findet zunächst bei jedem von uns statt«, stellten Montagsdemonstranten in Saarbrücken fest, »beim Tanken, beim Einkauf, auf dem Girokonto – da kann man schon die Krise kriegen«. Viele Gründe, um am 6. Oktober mit zur Herbstdemonstration nach Berlin zu kommen. Kritisch wurde gefragt, warum ATTAC, Gewerkschaftsführungen und Wohlfahrts- und Sozialverbände vor wenigen Wochen beschließen, für eine Woche vorher (29. September) zu so genannten »Umfairteilen«-Demonstrationen in vier Städten (darunter Berlin) aufzurufen, statt sich mit der Herbstdemo zusammenzuschließen. Schließlich wurde deren Termin bereits am 31. März von der Bundesdelegiertenkonferenz der Montagsdemos beschlossen und bekannt gegeben.
Sehr erfreulich dagegen der erste Bericht vom Achtjahresfest: In Gelsenkirchen mit 200 Teilnehmern unter dem Motto: »Montagsdemo International«. Zwei Besucher aus Spanien von den dortigen »Donnerstagsdemos« waren dabei. Glückwünsche kamen auch aus Athen. Die Montagsdemo »ist so jung, ideenreich wie zu Beginn und wird mit dieser Zuversicht am 6. Oktober zur nächsten großen Herbstdemonstration nach Berlin fahren und Mitstreiter dafür gewinnen.«
Morgen finden weitere Feste zum Achtjährigen statt, so in Hamburg am Jungfernstieg.
Bitte schickt Berichte an eure Bundesweite Montagsdemo!
