Brief der Gelsenkirchener Montagsdemo an den DGB zum Verbot des Stands der Umweltgewerkschaft am 1. Mai

Bürgerbewegung Montagsdemonstration Gelsenkirchen
i.A. Martina Reichmann
Laarmannshof 16
45883 Gelsenkirchen
e-Mail: martina.reichmann@onlinehome.de

An den DGB Emscher-Lippe
Dorstener Str. 27 A
45657 Recklinghausen
e-Mail: Hans.Hampel@DGB.de
e-Mail: Josef.Huelsduenker@DGB.de

Gelsenkirchen, 21.4.15

Lieber Kollege Hampel,
lieber Kollege Hülsdünker,

stimmt es wirklich, dass Ihr es der Umweltgewerkschaft untersagt habt, am 1. Mai
einen Infostand bei der Kundgebung des DGB zu machen? Wir können es kaum
glauben!
Wie im Vorstand des DGB sicher bekannt ist, hat die Montagsdemo-Bewegung
zwei Hauptanliegen: Zum einen wenden wir uns gegen die unsozialen und
undemokratischen Hartz-Gesetze, und zum anderen treten wir seit der atomaren
Katastrophe in Fukushima für aktiven Umweltschutz gegen die Profitinteressen der
Konzerne ein. Für uns gehören diese zwei Seiten zusammen! Dabei begrüßen
und unterstützen wir sowohl lokale, regionale wie auch internationale Initiativen
und Bewegungen, die sich dem Erhalt der natürlichen Lebensbedingungen
verpflichten. Die Umweltgewerkschaft hat sich als Ergänzung, nicht als Konkurrenz
zu den DGB-Gewerkschaften gegründet. Sie ist notwendig, um den Kampf
gegen die Zerstörung der natürlichen Umwelt zu bündeln und in Einheit mit den
DGB-Gewerkschaften, Parteien und Initiativen zu führen. Es geht ja letztendlich
um das Überleben der Menschheit auf diesem Planeten.
Am 1. Mai gehören wir zusammen auf die Straße und zusammen auf die
Kundgebungen der Gewerkschaften. Wir haben gemeinsame Interessen im Kampf
für die Zukunft der Menschheit, und wir haben mächtige Gegner!
Der 1. Mai ist ein internationaler Kampftag der Arbeiter und niemand hat das
Recht, jemanden auszuschließen – außer Faschisten. Schon gar nicht solche
Kräfte auszuschließen, die über den Kapitalismus hinausdenken und die „im
Verdacht“ stehen, mit der MLPD zusammen zu arbeiten. Das ist höchst
undemokratisch und entspricht der Praxis der „Unvereinbarkeitsbeschlüsse“.
Lasst doch die Kollegen selbst entscheiden, über wen sie sich informieren und
mit wem sie diskutieren wollen.
Gerade in diesem Jahr sind der bis jetzt noch ungeklärte Unfall bei BP, das
ständige Abfackeln und auch das freche Auftreten der Neonazis Anlass genug,
gemeinsam und solidarisch auf die Straße zu gehen und unseren Forderungen
Nachdruck zu verleihen.
In Erwartung, dass wir auf der ganzen Welt den 1. Mai in demokratischer
Tradition gemeinsam feiern, freuen wir uns darauf und verbleiben

Mit solidarischen Grüßen Montagsdemo Gelsenkirchen
i.A. Martina Reichmann
diskutiert und einstimmig verabschiedet am 20.4.2015

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