Pressemeldung zur 537. Saarbrücker Montagsdemo am 05.01.2026
Auch Teilnehmende der Montagsdemo, die meist mehr im Hintergrund für’s Gelingen unserer Demo beitragen, meldeten sich heute zu Wort. Trotz Minusgraden gab’s auch etliche aufmerksame und ausdauernde Zuhörer.
Das zeigt: Der Staatsstreich des Faschisten Trump in Venezuela fordert raus, sich Gedanken zu machen: Was bedeutet das eigentlich, wenn neuerdings ein Land überfallen wird, einfach weil die USA das ganze Amerika für sich beanspruchen mit allen Rohstoffen, Regierungen und Regionen?
Gefordert wurde die sofortige Freilassung des venezolanischen Präsidenten Maduro und das Ende der US-Intervention und Einmischung. „Unabhängig davon, dass ich überhaupt nicht mit Maduros undemokratischer Politik einverstanden bin – Donald Trump bricht Völkerrecht damit, den Präsidenten Venezuelas zu kidnappen. Das darf nicht durchgehen“, hieß es vielfach klar und eindeutig.
Dagegen wurde die Bundesregierung scharf kritisiert mit ihrer Verbiegung der völkerrechtlichen Tatsachen als „sehr komplex“: „Das ist atemberaubend und geradezu beängstigend, wie Kanzler Merz eine Verurteilung des US-Überfalls umschifft. Das heißt: Egal was für Verbrechen die US-Regierung begeht, wir biedern uns an, um Trump bei Laune zu halten für die Unterstützung der Europäer im Ukraine-Krieg??
„Es geht sogar weiter“, sagt ein anderer. „Was zählt da noch? Internationaler Haftbefehl gegen Netanjahu?! – Sch… drauf. Kanzler Merz verspricht ungehinderten Aufenthalt in der BRD bei einem Staatsbesuch. Genozid in Gaza!? Sehr sanfte Einwendungen seitens der Bundesregierung. Wenn man selbst bei den ganz Großen im imperialistischen System wieder mitspielen will, muss man derartigen ‚Ballast‘ wie das Völkerrecht und internationale Gepflogenheiten anscheinend abwerfen. Wir sollten das kapieren. Die nach rechts rückenden Regierungen schleifen alle diese internationalen Regelungen systematisch Stück für Stück. Die Richtung ist: Faschismus. Richtig, dass wir heute hier dazu ‚Nein!‘ sagen.
„Wir brauchen eine internationale Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg und sind auf dem Weg, diese zu bauen“, sagte ein Redner. Ein anderer erläuterte die Monroe-Doktrin, von der aktuell oft die Rede ist. Die ganze Argumentation Trumps, es handele sich um eine Anti-Drogen-Maßnahme, wurde am offenen Mikro widerlegt. Welche Rolle die Rivalität mit China bei all dem spielt, wurde ebenfalls erklärt. Auch die Umstellung auf Kriegswirtschaft, etwa bei VW, kam zur Sprache.
Ein Redebeitrag charakterisierte einen wesentlichen Unterschied in der Kriegspropaganda gegenüber anderen imperialistischen Überfällen der jüngeren Geschichte: „Da wird ganz offen die ‚ehrliche‘ Begründung gegeben: ‚Wir, die USA, müssen Nummer 1 in der Welt bleiben, wir brauchen dafür die Macht über das Öl der ganzen Welt – China soll es nicht bekommen!, – den Zugang unserer Monopole zu allen Rohstoffen und Märkten‘. So offen hatte Putin das noch nicht gesagt als er sich mit seinem Angriffskrieg auf die Ukraine vor allem den reichen Donbass einverleiben wollte“.
„Wir müssen uns darauf einstellen, diesen Größenwahn, der von den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus diktiert wird, wirksam zu entlarven und zu bekämpfen. Kein Mensch darf sich einlassen auf die illusionäre, von den Faschisten verbreitete Aussicht, zu eben den ‚Stärkeren‘ zu gehören. Das ist selbstmörderischer Egoismus. Stärker sind in Wirklichkeit die Milliarden Menschen, die die Welt nicht untergehen sehen wollen – vorausgesetzt, wir einigen uns weltweit auf neue Regeln zum Wohl der Menschheit und handeln danach. ‚Ohne euch reicht’s für uns schon‘, wusste bereits Bert Brecht“, fasste die Moderatorin zusammen.
Am kommenden Freitag findet eine Demonstration von Friedensnetz, Bündnis solidarische Linke und SDS in Saarbrücken statt unter dem Motto „Hands off Venezuela!“ 16:00 Deutsch-amerikanisches Institut Pestelstraße 2
Die nächste Montagsdemo ist am 02.Februar 2026. 18:00 Europa-Galerie
s. fricker
