Pressemitteilung zur 541. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze am 06. Juli 2026
Die MontagsdemonstriererInnen kämpften heute bei 29° C im Schatten mit ihren Argumenten und Informationen um die Herzen und die Zustimmung der Passanten, am kommenden Mittwoch, dem 8. Juli, mit einer uns allen bekannten Abwartehaltung zu brechen. Konkret mit der Abwartehaltung gegenüber dem VW-Aufsichtsrat – und Vorstand, die am 09. Juli alle Hemmungen fallen lassen wollen und 100.000 Beschäftigte rausschmeißen, mindestens 4 Standorte dicht machen wollen.
„Eine Losung geht rum auf fortschrittlichen Plattformen, Flugblättern und in vielen vielen Gesprächen: ‚Ab 08. Juli: Mitbestimmung durch Streik!‘, – machen wir sie uns in Saarbrücken zu eigen. Sind doch gerade bei ZF Hunderte Kolleginnen und Kollegen betroffen, alle Ferienarbeiter und eine große Anzahl ‚sachgrundbefristet‘ eingestellte (d.h. komplett ungeschützte) Zeitarbeiter sollen schon bis zum Ende dieser Woche gehen,“ erklärte die Moderatorin.
Begrüßt wurde der entschlossene Streik der 80 Saarbahnfahrer der GDL, die zuletzt von Freitag bis heute, Montag, für 8% Tariferhöhung schon zum 5. Mal im Ausstand waren: „Die lassen sich nicht beirren, sondern machen ihr Ding trotz Hetze und all den Verwirrungsmanövern, stehen zu ihren Interessen und zueinander. Glückwunsch dazu!“, wurde gesagt.
Eine Rednerin zeigte auf, dass das Netto-Vermögen deutschlandweit um 15% gestiegen sei – nicht aber die Löhne. Die Sozialausgaben sind im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesunken. „…Dadurch besitzen inzwischen rund 5000 Menschen mehr als ein Viertel (27,3%) des gesamten Finanzvermögens in Deutschland – 66 Millionen Menschen besitzen zusammen knapp 36%. Diskutiert wird über Bürgergeldbezieher, Rentner , die länger arbeiten sollten, Studierende, die sich das Studium selbst finanzieren sollen, über Alleinerziehende – über jeden Euro, den normale Menschen angeblich zu viel kosten. Worüber nicht geredet wird: Hinterzogene Steuern, Vergünstigungen bei der Erbschaftssteuer und ausgesetzte Vermögenssteuer machen etwa 200 Milliarden aus!!!…“, stellte sie nüchtern fest.
Es ging hin und her, ziemlich aufmerksame Zuhörer rings herum. Besonders als die schändliche Rolle der AfD zur Sprache kam, wo Alice Weidel die zu hohen Lohnkosten für die angedrohten Schließungen bei VW verantwortlich gemacht hatte.
Für Empörung sorgte auch die Enthüllung zum Polizeieinsatz am Werkstor in Neckarsulm vergangene Woche.
Am Ende wurde eine Erklärung an die VW / Audi-Belegschaften einstimmig verabschiedet, in welcher die Saarbrücker Montagsdemo ihnen ihre Solidarität versichert.
Tiefer einsteigen in die Auseinandersetzung darum, die Initiative zu ergreifen, nicht abzuwarten, den Takt der Kämpfe bestimmen – das steht nun an.
„Wir halten auf jeden Fall Tuchfühlung in den nächsten Tagen“, hieß es zum Abschied.
s. fricker
