1000 Menschen demonstrieren am Montag 27.7.26 durch Heidelberg
„Es reicht – gemeinsam gegen Sozialkahlschlag, Aufrüstung und Rechtsruck“ durch Heidelberg.
Schon in der Vorbereitung ist es durch den gemeinsamen Aufruf gelungen, unterschiedliche Gruppen, Vereine, Parteien (die Linke und MLPD), Bewegungen (Friday for future, antifaschistische Bewegung OAT, Friedensbewegung und Montagsdemo HD) und Gewerkschaften (Verdi und GEW) in ein Aktionsbündnis zusammen zu führen.
So gelang es auch, Bewegungen und Gruppen gegen den Sozialkahlschlag, gegen die Regierung und gegen die starken Kapitalistenverbände BDI und BDA zusammen zu führen, um zum ersten Mal offiziell miteinander zu protestieren. Am Ende waren es 30 Organisationen. Die 10 folgenden konnten 4 Minuten reden. Die ersten drei Redner sprachen zu Beginn direkt auf der Schwanenteichanlage. Das Aktionsbündnis Psychotherapie, Ver.di (Imre Uysal stellvertretender Geschäftsführer) und danach gleich die Montagsdemo Heidelberg/Verein Üsoligenial (Moderator Matz Müllerschön).
Dann ging der Demonstrationsblock los, behinderte Menschen sollten sich vorne einreihen, damit diese die Geschwindigkeit der Demo angeben. Auf dem Uniplatz wurden bereits ab 17.00 Uhr von den unterstützenden Organisationen Infostände aufgebaut. Mitglieder des Vereins Üsoligenial haben auf Spendenbasis alkoholfreie Getränke, Frühlingsquark mit Bauernbrot und verschieden gefüllte Blätterteigteilchen angeboten. Das Ganze in Solidarität mit Palästina. Der Erlös, einige Mitglieder haben, teilweise sogar auf ihre Einkaufsauslagen verzichtet, sodass 400.-€ Spenden für das säkulare Krankenhaus Al-Awda in Gaza zusammen kamen.
Auf dem Uniplatz sprachen dann – Bibez e.V.,Die Linke, der Frauennotruf, das OAT dazwischen immer wieder die Musikband Fremdstoff aus Mannheim, die aus Solidarität ohne Gage spielte. Weitere Redebeiträge kamen von Beschäftigten von Ver.di, der MLPD, Höllenstein Mieterkampf und zum Ausklang wieder die Musikband Fremdstoff. Das Ausklingen bei Essen Trinken und Infos der verschiedenen Gruppen auf dem Uniplatz war eine gute Idee, hierbei war es möglich sich besser und persönlich kennen zu lernen und zu vernetzen. Die Auswertung findet wegen der Urlaubszeit erst Anfang September statt. Bereits jetzt ist jedoch klar, dass die Friedensdemo am 1.September, dem Antikriegstag, eine Kundgebung durchführt, an der auch die Montagsdemo sprechen kann.
Das ganze Bündnis ruft auch für Samstag den 26. September zur Groß-Demo nach Stuttgart auf und (wie ich gerade erfahren habe) findet einen Tag davor erneut der bundesweite Schülerstreik gegen die Wehrpflicht statt. Es war eine kämpferische, ja teilweise auch klassenkämpferische und fröhliche Stimmung und die Organisatoren plädierten für ein respektvolles miteinander. Es wächst langsam zusammen, was zusammengehört, wie ich in meiner Rede ausdrückte. Jedoch stand im ausführlichen Bericht der RNZ dazu wieder kein Wort. Ein Montagsdemonstrant hat mir das folgende Video zugeschickt, das ich im Anhang für die Interessierten weiterleite, leider fehlt der Anfang. Doch am Schluss der Rede wiederholte die Kundgebung mehrmals die Parole
Hoch die internationale Solidarität
Herzliche solidarische Grüße
Matz Müllerschön
Nachfolgend eine Rede des Bündnisses:
Herzlich willkommen, liebe Kolleginnen und Kollegen , liebe Freundinnen und Freunde der Montagsdemo Heidelberg, großarig.
Wenn wir uns die verschiedenen LOGOS auf dem Aufruf anschauen, so ist es uns gelungen unter dem Slogan „gegen Sozialabbau Aufrüstung und Rechtsruck“ die verschiedenen Bewegungen, sowie wichtige Teile der Arbeiter und Gewerkschaftsbewegung in ein gemeinsames Aktionsbündnis gegen die Bundesregierung und die großen mächtigen Konzerne zusammen zu führen. Es beginnt langsam, das was zusammen gehört, zusammen wächst.
Für uns als Montagsdemo Heidelberg die seit 2004 gegen das Armuts- und Erniedrigungsgesetz Hartz 4 , jeden Montag um 18.00 Uhr auf dem Bismarckplatz mit offenem antifaschistischen Mikrofon gegen die Merz Regierung aufklären und protestieren heißt das heute
Wir kämpfen gemeinsam gegen den Sozialkahlschlag und verbinden den Kampf
gegen die Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft,
gegen die begonnene Umweltkatastrophe, die leider in der politischen Auseinandersetzung in den Hintergrund gekommen ist. Sie ist Lebensnotwendig gerade auch für die Jugend und meine drei Enkelkinder
gegen die Rechtsentwicklung der Regierung sowie
gegen Faschismus und Krieg
Faschismus und Krieg sind 2 Seiten einer Medaille.
Gemeinsam sagen wir Nein zu den brutalen menschenfeindlichen Einschnitte der Regierung und großen internationalen Konzerne. Sei es bei der Rente, beim Gesundheitswesen, der Pflege, gegenüber behinderter Menschen, Kürzungen bei den Alleinerziehenden, Erwerbslosen und Migranten überall sollen harte Einschnitte erfolgen, oder sind es bereits wie bei dem Bürgergeld das jetzt Grundsicherung heißt. Die Armut nimmt bei einem großen Teil der Bevölkerung seit Jahren zu. Die Milliardäre werden immer mehr und reicher und breite Teile der Bevölkerung immer ärmer.
Die großen Kapitalistenverbände wie BDI und BDA und andere kritisieren die Regierung von rechts und wollen, dass die Regierung noch brutaler gegen die Bevölkerung vorgeht. Das alles wird verdeckt manchmal aber auch ganz offen mit Hilfe der AfD getan. Wir haben es also mit einem mächtigen Gegner zu tun, der international verflochten ist. Diese stehen gleichzeitig in einer brutalen Konkurrenz auf Kosten der weltweiten Arbeiterbewegung. Nur so ist die weltweite Aufrüstung aller imperialistischen Staaten einschließlich Deutschland und EU zu verstehen und das birgt die große Gefahr, dass es zu einem 3. Weltkrieg kommt, wenn wir nicht erfolgreich für Völkerfreundschaft stehen und uns gegen die weltweiten imperialistischen Kriege stellen. Wir wollen eine Gesellschaft wo der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die Maximalprofite der großen weltweiten Konzerne mit ihren Eigentümer, die auch in der Krise reicher werden.
Gemeinsam sind wir stärker – Hoch die internationale Solidarität
