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Sommer der Reformen

Pressemeldung zur 540. Saarbrücker Montagsdemo am 01.06.2026

An die 50 Menschen verfolgten die heutige Montagsdemo zeitweise, etliche ergriffen das Wort – und bereichert wurde sie durch 2 Handpan-Musiker, dem Sambista Fred und seiner Freundin Sandra.

Passte ganz gut zur Frage, um die es heute ging:

Wollen wir weiter so leben, in dieser Lage, bei diesen Aussichten mit dem ‚Sommer der Reformen‘, wenn Kinder, Rentner, Schüler, Familien, Arbeiter, Gesundheit, Pflege, die Umwelt und der Frieden derart getreten werden?“, hieß es zu Beginn.

Die Beiträge dazu waren eine Anklage gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse. Ein älterer Mann aus dem Iran sprach sich gegen den fortdauernden Krieg aus, wandte sich gegen beide Kriegsparteien und kritisierte die Bundesregierung, die vor Trump und Netanjahu ebenso buckele wie vor den faschistischen Machthabern in Iran. Ein ganz junger Passant direkt neben ihm, erklärte, er sei ebenfalls aus dem Iran. Durch den Vorredner hatte er sich ein Herz gefasst und verlieh seiner Empörung über die Kriegsherren mit sehr klarer Stimme Ausdruck.

Ein anderer kennzeichnete die Lage so: „Die Probleme wachsen wie ein Schneeball und werden zur Lawine- das geht so nicht, nicht mit Putin, nicht mit Selenskyi…“

Eine Frau hatte die letzten Monate bei ihrem Sohn in England gelebt und berichtete von der Stilllegung eines Stahlwerks im letzten Jahr – 3000 Arbeitsplätze weg. Gegen die faschistoide ‚Reform UK‘, berichtete sie, gebe es jede Menge Widerstand und es müsse keineswegs immer alles damit ausgehen, dass Faschisten die Regierung stellen.

Und die Sache mit dem Pflegegrad ist erbärmlich. Ich hab’s mitgekriegt: Menschen werden willkürlich heruntergestuft – und dann fällt der Pflegegrad noch weg?!“

Die Tafel auf der Folster Höhe hat wegen dem Riesenandrang ein neues Vergabesystem einführen müssen. Du kannst nur noch jede 2. Woche anstehen für Lebensmittel – kann man sich vorstellen, was das bedeutet??“

Ein Redner ging am Beispiel der ZF AG der Lüge von den angeblich ‚unermesslich gestiegenen Sozialversicherungsbeiträgen‘ nach.

Das Wort ‚Sozialausgaben‘ ist unter dem Regime der Merz-Klingbeil-Regierung total negativ besetzt. Aber mal ehrlich: eigentlich müsste es doch ganz normal sein, dass Sozialausgaben als was Positives verstanden werden. Kinder, Familien, Gesundheitsversorgung, ein würdiges Leben im Alter, tolle Kitas, Schutz der Umwelt usw. sind doch genau das, wofür ein vernünftiger Staat ZU RECHT den erwirtschafteten Reichtum einsetzen sollte. Da steht ja alles Kopf hier“, schloss eine andre Rednerin.

Von der bevorstehenden Ruhr-Rebellion – die IG Metall ruft dort in dieser Woche gegen Sozialkahlschlag auf – wurde berichtet.

Die Idee einer sozialistischen Perspektive als Ausweg aus dem Krisenschlamassel wurde vorgestellt und schien manchem Teilnehmenden offenbar überlegenswert.

Man lud zum rebellischen Theaterstück „Wir machen die Geschichte – Szenen aus der Bergarbeiterbewegung“ am Samstag, den 27.06. in der Breite63 in SB-Malstatt ein und verkaufte Tickets.

Die nächste Montagsdemo ist am 04. Juli, 18:00 Europa-Galerie. Gerne können Hundert kommen – oder mehr.

s. fricker

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