Esslinger Montagsdemo – 2.11..2026
Die 639. Kundgebung versammelte nach und nach etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Schon vorher fragte ein Mann, ob wir gegen die Nazis sind. Das fand er gut.
Thema war die Statue des Teufels, der inzwischen zwischen Russland und den USA auf Interesse stieß:
Die Fa. Kessler stiftete diese Statue zum 1250. Stadtjubiläum im nächsten Jahr. Sie soll an die Sage
erinnern, dass eine Marktfrau dem noblen Käufer eine Zwiebel statt des verlangten Apfels zu probieren gab
– sie hatte beim Bücken nach dem Apfelkorb die Klaue entdeckt. Der Teufel fluchte und floh aus diesem
Marktflecken und schimpfte, die Einwohner Eßlingens sollen fortan Zwieblinger heißen. Diese Statue
polarisierte stark, unter anderem rief sie den Dekan der protestantischen Kirche und seinen Amtsbruder von
den Katholiken auf den Plan. Wie kann man nur so nahe bei den Kirchen und dazu noch die Schulen so ein
Monster aufstellen. Von Anfang an dagegen war die AfD, die sogar (anonym) eine Petition startete. Statt
des Teufels hätte sie lieber eine Marktfrau gehabt. Die Meinungen waren gespalten. Ich schrieb einen
Leserbrief, die abgedruckte Form im Anhang. Er war nur unwesentlich gekürzt. Der erschien am 24.10. Am
Mittwoch drauf meldete sich die AfD und griff mich an. Auch diese Veröffentlichung in der Eßlinger Zeitung
im Anhang. Vom wahrscheinlichen Verfasser ist nur in der dritten Person die Rede, Soweit die
Vorgeschichte, um zu verstehen, worum es heute ging: Immerhin hatte ich ja die rhetorische Frage nach der
Nähe der AfD zu den Herren im Dritten Reich gestellt, was der AfD so sehr auf den Magen geschlagen
hatte..
Zuerst meldete sich der Vorstand von FÜR zu Wort und sprach mir die Solidarität aus, Ebenfalls mit einer
schriftlichen Stellungnahme dazu sprach mir die MLPD ihre Solidarität aus. In diese Erklärungen mischte
sich die Sorge, dass ich zu einem Ziel von gezielten Angriffen der AfD werden könnte. Es sind uns ja
verschiedene Anschläge bekannt, die bis hin zu Morddrohungen und -versuchen gingen. Mir wurde Kraft
gewünscht, damit ich hier widerstehen kann. Die Diskussion, in der mich viele Teilnehmerrinnen und
Teilnehmer unterstützten, zeigte viele Facetten, wie die AfD ihre menschenfeindliche Politik verbirgt. Auf
jeden Fall muss der Vorgang an die Öffentlichkeit. Der Widerstand gegen die AfD muss mit allen
Antifaschisten gemeinsam verstärkt werden.
Selbst dankte ich natürlich auch zu Wort, legte dar, dass meine rhetorische Frage ebenfalls am 24.10. im
„Freien Wort“, also dort, wo der AfD-Landrat Sesselmann residiert, mit einer Karikatur beantwortet wurde:
Hitler fragte die Frau Weidel, ob sie die Uhr zurückgestellt habe (In der Nacht zum 25.10. war die
Zeitumstellung zur Winterzeit). Mein Leserbrief und diese Antwort aus der Ferne erschienen somit
gleichzeitig. Dann soll ich laut AfD die Nähe zum 3. Reich unterstellt haben. Ja Herrschaften, seit wann ist
eine Frage denn eine Unterstellung?? Ich könnte mich ja geirrt haben. Die Karikatur füge ich in Ablichtung
ebenfalls an.
Das zweite Thema – die Proteste von Gen Z regelt“. Der Jugendprotest, der sich ja in die internationalen
Proteste von Jugendlichen eingliedert, wurde einhelllig als berechtigt und richtig begrüßt. Interessant fand
ich zum Einstieg auch, wie sich die Informationen ändern: Wurde der Stuttgarter Veranstaltung in der
Sonntagsausgabe der Eßlinger Zeitung (sie erscheint nur als e-paper) getitelt „‘GENZ’-Proteste weitgehend
friedlich“, wurde heute in der Druckausgabe das ganze Arsenal hervorgekramt, was für ein Chaos am
Samstag in Stuttgart von Teilnehmenden angerichtet wurde und wie schwer es die Polizei hatte, die ja
obendrein noch angegriffen wurde und was für noch gar nicht bezifferbare Schäden angerichtet wurden.
Wir erklärten, dass Proteste auch mit jugendlicher Ungeduld verbunden sind, weil bisher die (gewaltfreien)
Formen, wie die Forderungen vorgebracht wurden, nicht fruchteten. Deswegen distanzieren wir uns
natürlich von sinnloser Zerstörungswut und Vandalismus. Aber diejenigen, die die (christliche) Gewaltfreiheit
predigen, vergessen, dass seinerzeit Jesus die Wechsler nicht mit Wedeln von Palmenzweigen, sondern mit
seinen Zimmermannshänden aus dem Tempel trieb.
Zum Schluss wurde noch auf den morgigen Warnstreik um 13 Uhr und am Donnerstag verwiesen.
Euer Heribert
