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Saarbrücker Montagsdemo beteiligte sich am Aktionsbündnis zum Antikriegstag

Wenn es zutrifft, dass, wie der Kommentar im ‚Aktuellen Bericht‘ des SR vom 01.09. mitteilt, ca. 100 Leute der Einladung des DGB gefolgt seien zu dessen Kranzniederlegung am Mahnmal für die Opfer des Faschismus in Völklingen, dann waren es jedenfalls 80 Menschen, die das ‚Aktionsbündnis Antikriegstag 2026‘ mit Kundgebung in der Innenstadt selbständig organisiert hatten und die in Verbundenheit mit den Gewerkschaften im Anschluss daran laut und bunt zum Schillerpark demonstrierten.

Zuvor hörten wir bei der Kundgebung am Otto-Hemmer-Platz 11 sehr interessante und kulturvolle Beiträge, angefangen vom berührenden Grußwort des Oberbürgermeisters von Völklingen, Herrn Tautz, bis zum klar antikapitalistischen Beitrag des Offenen roten Treffens Saarbrücken.

Jugendliche prägten Kundgebung und Demo. Ein Genosse des Jugendverband REBELL griff die Monopole an, denen am Ende sogar Menschenleben gerade recht seien, um für ihre Maximalprofite den Kopf hinzuhalten. Manche Redner wie der von der DKP berichteten von der Geschichte des Antikriegstags. Die Neunkircher Mahnwache für Freiheit, Demokratie und Antifaschismus erklärte, wie das geht: „5 Jahre lang jeden Donnerstag auf dem Stummplatz!“ Sigi Becker sowie Tanya und Sergey aus der Ukraine bereicherten das Projekt mit ihren Liedern – nach dem traurigen und doch hoffnungsvollen Lied über die Kranichmutter war eine Minute Stille. Waltraud vom Friedensnetz Saar kritisierte die Kriegspolitik der Bundesregierung scharf. Nach dem Beitrag von Karl-Heinz, dem Urgestein der VVN im Saarland, wussten alle auf dem Platz, welch bedeutende Rolle diese Organisation spielt und alle sind darauf eingestellt, sie gegen die erneuten Angriffe des Staatsapparates zu verteidigen.

Die Beiträge von SDAJ und MLPD kritisierten die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger, SPD, die angesichts der ungebremsten Arbeitsplatzvernichtung in der Automobil-Industrie und bei Stahl innerhalb kürzester Zeit zur Kämpferin für die Ansiedlung von Waffenfabriken im Saarland wurde – die sich nun allerdings zu Recht auf keiner Friedensaktion mehr blicken lassen kann. Überhaupt: Gerade Rolf von der MLPD weitete den Blick, nicht nur auf die dramatischen Gefahren und Entwicklungen in der Welt zu schauen, sondern auch den Gegenpol, die Kämpfe überall auf der Welt zu erkennen. Seine Einschätzung einer ‚weltweiten vorrevolutionären Gärung‘ belegte er mit gut analysierten Zahlen.

Genau wie die Genossin der SDAJ, die uns einen ersten Überblick gab über die Entwicklung der Umstellung auf Kriegsproduktion im Saarland.

Die Umsicht, gegenseitige Unterstützung, die Selbstfinanzierung (fast 200.-€ wurden gesammelt) und nicht zuletzt emotionale Verlässlichkeit bei der Durchführung des Ganzen hilft garantiert, im Vorwärtsgehen weltanschauliche und politische Differenzen angemessen zu überwinden.

Mit dieser Art und Weise der Aktionseinheit konnten die verschiedenen Strömungen und Altersgruppen richtig gut voneinander lernen und die Leute von der Montagsdemo ihren Teil dazu beitragen. Am Ende hörten wir von einer älteren und friedensbewegt-erfahrenen Teilnehmerin: „Wie anders ist es doch, wenn bei einer Kundgebung so viele verschiedene Menschen zu Wort kommen. Man kann viel besser zuhören und sich selbst ein Bild machen.“

s. fricker

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