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Vovnovia: intransparente Nebenkostenabrechnungen – Abzocke auch bei den Mietnebenkosten?

gut besuchte Protestveranstaltung des Bündnisses „Lebenslaute“ vor dem Kunstmuseum in Bochum Foto privat: Ulrich Achenbach, Bochum

Begrüßung durch einen Protestchor gegen die Wohnungsnot

Schwerpunktthema auf der heutigen Bochumer Montagsdemo waren die Auswertung der Protestkundgebung des Bündnisses „Lebenslaute“ am vergangenen Freitag und die Demo dieser Vereinigung am Samstag in der Bochumer Innenstadt. An dieser Aktion hatten einige Montagsdemonstranten teilgenommen.

 „Der größte Skandal war die Saal-Verweigerung der Stadt Bochum für ein klassisches Protestkonzert von Lebenslaute im Kunstmuseum Bochum. Die unsägliche Begründung des Kulturdezernenten Bochums: Die Kritik an dem Wohnungsunternehmen Vovonia könnte zu Verleumdungen führen und wäre dann ene Straftat! Vonovia wird völlig zu Recht wegen seiner Vernichtung von bezahlbaren Mietwohnungen durch Luxusmodernierung und undurchsichtiger Nebenkostenabrechnungen kritisiert, ebenso für die Vernachlässigung von Instandhaltungspflichten von Wohnraum für Transferleistungsbezieher, die bei Vonovia beliebt sind, weil die Miete vom Amt kommt. Die Stadt Bochum hat mit der Raumverweigerung eindeutig gegen die Kunstfreiheit verstoßen“, leitete einer der Moderatoren die Debatte am offenem Mikrofon ein, „doch Lebenslaute ließ sich nicht einschüchtern und meldete eine musikalische Protestkundgebung direkt vor dem Kunstmuseum an. Ca. 300 Leute kamen.“

 „Bedeutende klassische Kompositionen u.a. von Joseph Haydn (Oratorium Die Schöpfung) dienten als Grundlage für den Protest gegen die Wohnungsnot und Vonovia, in dem die Texte umgeschrieben wurden, aber die Musikaufführung unverändert blieb“, ergänzte der andere Moderator, „eine Person sprach mich an und berichtete von der Bürokratie der Nebenkostenabrechnungen von Vonovia, die ich nicht richtig verstand. Sie musste erheblich mehr bezahlen als bisher.Angeblich seien die Kosten für den Hausmeister deutlich angestiegen. Dabei beschäftigt Vovonia in einer Tochtergesellschaft selbst Hausmeister. Selbst bei den Nebenkosten versucht dieser Konzern, durch Tricks noch Profite zu machen“.

 In einer Wortmeldung hieß es: „In der Losung des Bündnisses Lebenslaute wurde die Enteignung des Wohnungskonzerns Vonovia gefordert. Das würde jedoch für die Mieter keine Verbesserung bringen, da der Staat im Prinzip der Handlanger der Konzerne ist. Ein gutes Beispiel ist die Deutsche Bahn AG, deren Hauptaktionär der deutsche Staat ist. Sanierungsstau der Anlagen und damit verbunden regelmäßige Zugverspätungen oder Ausfälle sind an der Tagesordnung“.

 Über die Verstrickung von Vonovia mit der Stadt Bochum berichtete ein Redner. „Die neue Hauptverwaltung dieses Konzerns wurde auf einem Grundstück errichtet, dass ursprüngliich nicht bebaut werden durfte und landwirtschaftlich genutzt wurde (Altlasten und/oder archiologische Funde). Vovonia setzte die Stadt Bochum so unter Druck, dass eine Baugenehmigung erteilt wurde.Der Baufortschritt wurde zeitweilig gestoppt, nachdem es entsprechende Funde gegeben hat, das konnte das Bauvorhben jedoch nicht verhindern. Die ehemailge Hauptverwaltung von Vonovia an der Paulinenstr. in Bochum-Wiemelhausen steht jetzt weitgehend leer, anstatt diese Gebäude in Wohnraum mit bezahlbaren Wohnungen umzuwandeln“.

 Die Montagsdemonstranten standen voll hinter den Protesten von „Lebenslaute“.

 Weitere Proteste gab es gegen die beabsichtigte Streichung der Rente mit 63 und die Kürzungen beim Wohngeld. „Beim Wohngeld ist eine deutliche Kürzung der Heizkostenkomponente vorgesehen, obwohl die Heizkosten zukünftig stark ansteigen werden und eine Absenkung der Einkommensgrenze für Wohngeldbezieher vorgesehen, so dass dann viele keinen Anspruch auf Wohngeld mehr haben und in eine unlösbare Finanzkrise getrieben werden und die Obdachlosigkeit weiter zunehmen wird“, äußerte sich einer der Moderatoren.

 Ebenfalls wurde die akute Dürre und die Ursachen dafür angesprochen. „Entgegen aller Klimaleugner ist die Klimakatastrophe bereits eingetreten und jetzt auch in Deutschland zu spüren. Doch anstatt den Ausbau von erneuerbaren Enegieen deutlich voranzutreiben, wird immer noch an den fossilen Brennstoffen wie z.B. Gas festgehalten“, hieß es in einer Wortmeldung. Der Redner warnte auch vor der Demagogie der AfD, die behauptet, Dürren habe es auch früher gegeben und eine beginnende Klimakatastrophe leugnet. „Diese Dürren hat es gegeben, aber in viel größeren Zeitabständen als in der Gegenwart“.

 Die Montagsdemonstranten kritisierten auch die vesuchte Verlagerung des Schiffverkehrs auf den Landweg, da durch das Niedrigwasser der Flüsse wie z.B. der Rhein, eine Schifffahrt kaum noch möglich ist. „Das bedeutet für die LKW-Fahrer eine noch größere Ausbeutung, außerdem fehlt es an zahlreichen Fahrzeugen für diesen Ersatzverkehr. Der Nutzen ist zudem äußerst gering und ist keine Alternative“, hieß es in einer Wortmeldung, „im Gegenteil! Durch den deutlich steigenden LKW-Verkehr und deren Abgase verschlimmert sich die Klimakatastrophe noch mehr“.

 „Wenn diese Politik um den internationalen Maximalprofit so weitergeht, wird die Erde in wenigen Generationen nicht mehr bewohnbar sein“, waren die Worte zum Ende der Kundgebung.

 Die nächste Kundgebung ist am Montag, dem 14. September.

 Ulrich Achenbach
Moderator

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